Home » Haltung » Vor der Anschaffung

Was sollte ich vor der Anschaffung eines Hundes bedenken?

Wer sich Gedanken über die Anschaffung eines Hundes macht, der sollte dabei niemals aus dem Gedächtnis verlieren, dass diese Anschaffung mindestens für die nächsten zehn jahre einschneidene Auswirkungen haben wird. Der Hund wird jeden Tag in dieser Zeitspanne seinen ganz eigenen Stempel ausfrücken, man sollte die Entscheidung also ganz gewiss nicht übers Knie brechen.

Am ende des Tages muss ich mir darüber im Klaren sein, dass ein Hund viel Zeit in Anspruch nimmt und ich muss mir die Frage stellen ob mir diese Zeit zur Verfügung bzw. ob ich bereit bin diese auch für meinen Vierbeiner zu opfern?

Man sollte sich auch über die Kosten für Futter, Impfungen, Versicherung und Tierarztbesuche im klaren sein. Sind auch alle Familienmitglieder mit der Anschaffung einverstanden? Bestehen vielleicht Allergien gegen Hundehaare? Wo lasse ich meinen Hund, wenn ich verreisen will? Gibt es jemanden der mich unterstützen kann, wenn ich krank bin?

Wenn alle Fragen geklärt sind sollte ich mir Gedanken über die Rasse machen. Wie viel Platz steht zur Verfügung? Bei einem größeren Hund sollte schon eine größere Wohnung oder besser ein Haus mit größerem Garten vorhanden sein. Man sollte auch das Temperament des Hundes bei der Auswahl berücksichtigen. Dabei auch das eigenen Alter berücksichtigen!

Welchem Zweck soll der Hund erfüllen

Außerdem muss man sich im klaren darüber sein, zu welchem Zweck man sich einen Hund anschafft. Will man mit ihm arbeiten, oder möchte man weiterzüchten? Möchte man den Hund eventuell auf Austellungen präsentieren? Oder möchte man nichts weiteres als einen "Familienhund" bekommen? Gerade in diesem Fall ist ein Hund mit einem kleinen "Schönheitsfehler" - beispielsweise in der Fellfärung - wesentlich günstiger in der Anschaffung, den Traum von einem Champion auf Hundeausstellungen oder großen Zuchterfolgen kann man dann aber selbstverstädlich vergessen.

Wenn man hingegen einen Hund sucht, mit dem man auf die Jagd gehen kann, sollte man sich freilich an einen spezialisierten Züchter für Jagdhunde wenden. Die Aussicht auf einen geschickten Jagdhund ist dann deutlich größer, als wenn man einen Welpen sucht, der sämtliche Schönheits-Champions in seinem Stammbaum vereint.

Wenn man sich bereits über die Rasse sicher geworden ist, so sollte man bedenken, dass es leider noch immer gute und schlechte Züchter gibt. Man nehme also zunächst am besten Kontakt mit der Vereinigung auf, die sich mit den Belangen der gewünschten Rasse beschäftigt. Es hilft auch immer, wenn man sich mit den anderen Züchtern oder Hundeliebhabern unterhält, um "Insidertips" zu bekommen. Etliche Rassenverbände verschicken auch mehrmals im Jahr ihr Vereinsblatt, in dem viele nützliche Informationen zu finden sein dürften. Aber wie auch immer - der Kauf einen lebenden Tieres sollte eine wohlüberlegte Tat sein.

Seriöse Herkunft des Hundes

Oft sieht man leider heutzutage noch Tierhändler auf Märkten oder gar Volksfesten; vom Kauf eines Hundes mit so ungewissenr Vergangenheit ist unbedingt abzuraten! Nur echte Experten können sich da noch ein Bild vom wahren Gesundheitszustand des Hundes machen, denn auch wenn äußerlich alles in bester Ordnung zu sein scheint, so haben die Welpen oftmals psychische Schäden, die natürlich wesentlich schwieriger zu erkennen sind.

Ein Hündchen mag da noch als "peisgünstig" angeboten werden - der "Gewinn" kann schon binnen weniger Mobate dahin sein, wenn die Rechnungen des Tierarztes für die Behandlung des Welpen eintreffen. Wenn man sein Herz an eine seltenere Rasse verloren hat, so kann es sein, dass man noch länger nach einem vertrauenswürdigen Züchter ausschau halten muss. Eine übergeordnete, nationale kynologische Organisation kann bei der Spurensuche meist behilflich sein.

In einigen Fällen muss ein Tier seiner seltenen Rasse sogar erst importiert werden. Dann gilt es vor allem, rechtzeitig die erforderlichen Papiere zu besorgen. Bei der Gelegenheit kann man vielleicht sogar jemanden um Rat fragen, der sich mit Importen aus dem betreffenen Land auskennt.

Eine seltene Rasse muss übrigens nicht automatisch teurer als eine gängige sein, in einigen Fällen sind diese Hunde sogar preiswerter. Wenn eine Rasse beispielsweise der breiten Masse unbekannt ist, hat der Züchter oft Schwierigkeiten, ein gutes Zuhause für die Welpen zu finden.

Wenn ich mich nun nach langem Überlegen mit meiner Familie dazu entschieden habe bleibt die Frage: Von wo soll der Hund kommen? Tierheim? Tierschutz? Züchter? Von Privat? Dabei zu berücksichtigen ist auf jeden Fall, das die Hunde aus dem Tierheim oftmals schon länger auf ein schönes Zuhause warten.

Bei einem Züchter hat man oft die Möglichkeit sich aus dem Wurf einen vom Charakter passenden Welpen auszusuchen. Oftmals können einen die Pfleger im Tierheim aber auch in diesem Punkto beraten! Nach Möglichkeit sollten Sie keinen privaten „Hinterhof-Vermehrer“ unterstützen. Oftmals sind diese Welpen aus schlechter Verpaarung und häufig nur auf dem Papier geimpft.

Nach all den langen Überlegungen kommt dann der große Tag – der neue Schützling soll zuhause einziehen.

Man hat sich für einen Hund entschieden

Für arbeitende Leute sollte klar sein: Wenn der Hund einzieht sollte mindestens ein Familienmitglied (Erwachsener!) Urlaub haben. Mindestens 1 Woche, besser 2-3 Wochen! Nicht zuletzt, weil der Hund sich erstmal an die neue Umgebung gewöhnen muss. Dazu kommt, das viele Hunde, besonders Welpen, noch nicht allein bleiben können. Sollte ein längerer Urlaub nicht möglich sein, muss auf jeden Fall VOR Anschaffung des Hundes ein Hundesitter gesucht werden. Erste Probebesuche sind dabei Pflicht, um zu sehen wie Hund und Hundesitter miteinander klarkommen.

Auch die Umstellung auf anderes Futter kann Probleme bereiten. Hier sollte man sich erkundigen, was vorher gefüttert wurde und dieses am Anfang am Besten fortgesetzt werden. Wenn man dann etwas Anderes füttern möchte sollte die Umstellung langsam erfolgen!

Ist die erste Nacht überstanden ist die größte Hürde genommen. Da Hunde grundsätzlich neugierig sind, werden sie erstmal beschäftigt sein ihr neues Zuhause zu erkunden. Welpen können alle Dinge zum Spielen gebrauchen, also unbedingt alles in Sicherheit bringen, wie Schuhe, Strümpfe, Kabel, Pflanzen, etc.!

Sicher wird es sich nicht vermeiden lassen, dass mal etwas angeknabbert wird oder entzwei geht. Wichtig ist dann: Nicht strafen! Näheres zur Welpenerziehung lesen Sie hier:

Dieser Beitrag wurde am 13.03.2011 16:24 verfasst.

Geschrieben wurde der Beitrag von Patrick Pape

Zuletzt aktualisiert am 26.10.2017 01:11