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Geschlecht

Hündin

Im Zweifelsfall ist eine Hündin weicher und anschmiegsamer, auch wohl sensibler als der Rüde. Zweifelsfall bedeutet, dass Herkunft und Veranlagung eine Rolle spielen und Geschlechtsunterschiede stark verwischen können. So gibt es genügend „Rüdinnen“, die sich ganz und gar nicht „lady-like“ verhalten. Eine pauschale Charakterbestimmung gibt es also nicht.

Ein nicht zu verachtender Punkt: die Hündin neigt dazu, sich fortzupflanzen zu wollen! Deshalb wird sie alle paar Monate läufig. Sie haben noch keine Läufigkeit erlebt? Nun, sie bringt etwas Unruhe ins Haus. Auch eine Scheinschwangerschaft kann die Folge sein. (Anmerkung: Eine Scheinschwangerschaft ist ganz natürlich und sollte nicht als „Erkrankung“ angesehen werden!) Es gefällt auch nicht jedem, wenn der Garten zum Versammlungsplatz aller schneidiger Liebhaber der Umgebung umfunktioniert wird sobald die Hündin für die Rüden der Schöpfung gut duftet. Ja das lässt sich natürlich auch vermeiden, jedoch sollte das bei der Überlegung eine Hündin zu adoptieren im Hinterkopf sein.

Rüde

Rüden zeigen in der der Regel einen ausgeglicheneren Character als Hündinnen. Das hängt vor allem mit den Hormonschwankungen der Hündinnen vor, während und nach der Läufigkeit zusammen. Hündinnen werden durchschnittlich zweimal pro Jahr läufig. Sie sind dann empfängnisbereit und können Flecken auf dem Teppisch hinterlassen, denen aber mit besonderen "Läufigkeitsbinden" vorgebeugt werden kann.

Man kann dem Tier vom Veterinär auch Hormone spritzen lassen, die dann verhindern, dass die Hündin läufig wird. Eine andere Möglichkeit besteht darin, der Hündin die Gebärmutter entfernen zu lassen, was gleichzeitig den Vorteil bietet, dass ihr Charakter etwas ausgeglichener wird.

Rüden sind gewöhnlich unabhängiger und kräftiger. Das kommt besonders bei großen, dominanten Rassen wie dem Rottweiler zum Ausdruck. Vom äußerlichen her ist er kraftvoller, eben männlich. Das gefällt vielen, ist aber auch wieder von der Rasse abhängig. So ist nicht jeder Rüde gleich ein „Pfundskerl“.

Die Liebe hat beim Rüden einen hohen Stellenwert. Damit kein Irrtum entsteht: nicht unbedingt die Liebe zu Ihnen! Wenn eine läufige Hündin auftaucht und betörenden Duft verbreitet, fallen gern die Schranken der Treue und Erziehung.

Doch auch dagegen gibt es Rezepte und läufige Hündinnen streifen wohl auch nicht ständig um Sie herum. Dennoch ist dies ein Punkt der nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Man sollte sich vor dem Kauf des Hundes auch ruhig mal bei den Nachbarn erkundigen, welche Geschlechter dort bei den Vierbeinern vertreten sind. Denn Sie sollten immer berücksichtigen: Auch mit den Nachbarn wollen und sollen Sie in Frieden leben.

Die Entscheidung für einen Rüden oder eine Hündin kann man also eigentlich nur nach dem persönlichen Geschmack treffen. Wenn man sich allerdings für eine eher dominante Rasse interessiert, aber nur über wenig oder gar keine Erfahrung mit der Haltung von Hunden verfügt, so ist eine Hündin meist die bessere Wahl. Am sichersten ist aber wohl, den betreffenen Züchter um Rat zu fragen.

Da er sich von Anfang an mit den jungen Welpen beschäftigt hat, kann er ihre Anlagen meist sehr gut einschätzen. Wenn man sich mit einem guten Züchter besprochen hat, so ist dieser sicher in der Lage, einen Welpen auszuwählen, der den Wünschen und Gegebenheiten am ehesten entspricht.

Auch wenn die charakterlichen Eigenschaften der verschiedenen Rassen auf diesen Seiten ausführlich beschrieben werden, so muss man immer bedenken, dass hier nur Durchschnittswerte von den typischen Vertretern einer Rasse angeführt werden können. Selbst verwandten Lienen ein- und derselben Rasse können Charaktereigenschaften in etlichen Punkten abweichend ausfallen. Letztendlich ist es ja ganz nartürlich: Jeder Hund ist einzigartig, ein Individuum - selbst Welpen aus demselben Wurf.

Dieser Beitrag wurde am 13.08.2017 18:56 verfasst.

Zuletzt aktualisiert am 26.10.2017 00:30