Schlaganfall

Schlaganfall (Apoplex) beim Hund

Es ist für uns Menschen eine gefürchtete Diagnose: Schlaganfall! Im besten Falle bedeutet dies nur einen Krankenhausaufenthalt und baldige Genesung. Im schlimmsten Fall sind Hirnareale betroffen, die Bewegung, bzw. Koordination oder Sprache beeinflussen. Können auch unsere Hunde von einem solchen Schicksalsschlag getroffen werden? Jein. In welche Form ein „Schlaganfall“ beim Hund auftreten kann, mit welchen Symptomen dabei zu rechnen ist und wie die Heilungschancen stehen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist ein Schlaganfall überhaupt?

Bei uns Menschen definiert der Apoplex, oder auch Schlaganfall genannt, eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn. Dabei verstopft ein Gefäß und in Folge dessen werden die Gehirnzellen nicht mehr ausreichend durchblutet und beginnen abzusterben. Darum ist bei einem Schlaganfall jede Sekunde wertvoll und eine ärztliche Behandlung sollte schnellstmöglich eingeleitet werden. Bei unseren Hunden kann das theoretisch auch passieren. Jedoch sind Fälle von richtigen Schlaganfällen beim Hund extrem selten. Häufiger tritt eine Erkrankung auf, die man von den Symptomen her ggf. auch in Richtung Schlaganfall einordnen würde: Das Vestibularsyndrom. Dabei wird das Vestibularorgan im Ohr nicht mehr ausreichend durchblutet und es kommt zu Koordinationsstörungen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Symptome beim Hund

Ähnlich wie bei uns Menschen treten bei einem Schlaganfall bestimmte Symptome auf, die sofort die Alarmglocken schrillen lassen sollten!

  • Gleichgewichtsstörungen, wodurch das Aufstehen schwer fällt, der Hund öfter hinfällt oder schief steht
  • Koordinationsstörungen, wodurch der Hund gegen Gegenstände läuft, etc.
  • Teilnahmslosigkeit, bzw. starke „Müdigkeit“
  • schnelle unkontrollierte Bewegungen der Augen
  • veränderte „Optik“ des Gesichtes, bei dem eine Gesichtshälfte herunter zu hängen scheint
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Bewusstseinsverlust
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • ggf. Inkontinenz

Schnelle Hilfe ist wichtig!

Wenn du diese Symptome bei deinem Hund feststellst, dann musst du unverzüglich einen Nottierarzt benachrichtigen. Dieser kommt dann entweder zu dir, oder du musst deinen Hund unverzüglich in die Klinik bringen. Denn wie bei uns Menschen auch, zählt in einem solchen Fall jede Sekunde. Verfalle aber nicht in Panik! Für deinen Hund ist diese Situation beängstigend und stressig genug. Wenn du auch noch hektisch und panisch wirst, hilft das deinem Vierbeiner nicht. Bleibe besonnen, versuche ruhig zu atmen und konzentriere dich auf die weiteren notwendigen Schritte. Der Tierarzt wird dann mehrere Untersuchungen durchführen um andere Erkrankungen, wie das Vestibularsyndrom, auszuschließen. Ggf. ist ein MRT oder CT notwendig, um festzustellen ob und wo ein Gefäß verstopft ist und ob es bereits Schädigungen am Gehirn gibt.

Prognose ?

Die Prognose hängt sicherlich auch davon ab, in welchem Bereich Hirnschädigungen entstanden sind und wie viel Zeit zwischen Anfall und medizinischer Versorgung vergangen ist. So oder so wird dein Vierbeiner vermutlich nicht mehr ganz der Alte sein. Zwar stehen die Chancen recht gut, dass er den Anfall überlebt, doch je nach Ausmaß der Schädigung im Gehirn kann es sein, dass er den Rest seines Lebens Koordinationsstörungen hat und auf deine Hilfe angewiesen ist. In manchen Fällen kann Physiotherapie sehr hilfreich sein, um den Bewegungsapparat zu stärken und dem Hund zu helfen seinen Körper wieder richtig „zu spüren“.

Kann man vorbeugen?

In der Regel trifft ein solcher Schlaganfall ältere Hunde. Aber es gibt durchaus Dinge, die zu einem erhöhten Risiko beitragen können. Dazu zählen:

  • Übergewicht
  • ständiger Stress
  • zu wenig Bewegung
  • eine schlechte Ernährung

Achte also darauf deinen Hund ausgewogen zu ernähren und ihm regelmäßig genügend Auslauf zu gewähren. Überfordere deinen Hund nicht. Du musst nicht 5x die Woche mit ihm zu Agility, Mantrailing und Obedience. Gemeinsame Zeit ist so viel wertvoller als ständige (Über)Forderung.