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Golden Retriever - beliebter Haus- und Begleithund

Als eine der erfolgreichsten Retriever-Züchtungen hat der Golden Retriever mit seinem flauschigen Fell, seiner Freundlichkeit und dem treuen Blick im Sturm eine Fangemeinde außerhalb der Jagdszene erobert. Seit seiner ersten Registrierung beim American Kennel Club 1894 und dem englischen Kennel Club 1903 ist seine Popularität stetig gewachsen.

Sein ruhiger und ausgeglichener Charakter machte ihn schnell auch als Blinden- und Rettungshund einsetzbar. Trotzdem können Golden Retriever als Welpen äußerst übermütig sein und Ihre Rüpelzeit kann sich bis ins dritte Lebensjahr ziehen. Auch hat die Beliebtheit der Rasse zu Überzüchtung aus Profitgier geführt.

Aus diesem Grund ist es absolut notwendig, sich ein Tier bei einem angesehenen Züchter auszusuchen, um sicherzugehen, dass die Erbanlagen geprüft sind. Nur so können eventuell negative Anlagen ausgeschlossen werden.

Ein gut gezüchteter Golden Retriever Ist lebhaft, aber aufmerksam - energiegeladen, verspielt und gutherzig. Von Natur aus ehrgeizig, wollen Golden Retriever gehorchen und sprechen gut auf Training an. Trotzdem bedarf es eines geduldigen Trainers, Befehle in den Kopf eines intelligenten, aber übermütigen und manchmal hyperaktiven Golden-Retriever-Welpen hineinzubekommen.

Normalerweise kommt diese Rasse mit jedem gut aus, hängt an seinen Besitzern, ist freundlich und verspielt mit Kindern und verträgt sich gut mit anderen Hunden oder Haustieren. Wie man es von einem Wasservogeljäger erwartet, liebt dieser Hund Wasserspiele über alles und braucht ganz besonders viel regelmäßige und ausgiebige Bewegung. Besitzer sollten gewillt und in der Lage sein, dem Tier dieses Bedürfnis zu befriedigen und ihm häufigen Auslauf und lange Spaziergänge ermöglichen.

Geschichte

Als sehr wahrscheinlich gilt, dass der Ursprung aller Retrieverrassen in Neufundland liegt. Aufgrund des lebendigen Fischhandel, der zu Anfang des 19. Jahrhunderts zwischen England und Neufundland bestand, besaßen die Seeleute aus England die Möglichkeit bei ihren Aufenthalten in Neufundland, die dort lebenden Hunde besser kennen zu lernen. Die Seeleute waren begeistert von ihrer Wasserfreude und ihren Apportierwillen beim Einholen der Bootsleinen aus der Brandung.

Mithilfe der Seeleuten kehrte auch eine Anzahl der Hunde nach England zurück, wo sie als "Kleine Neufundländer" und "St. John's Hunde" bezeichnet und mit englischen Jagdhunden gekreuzt wurden. Aus Kreuzungen dieser heute ausgestorbenen "Kleinen Neufundländer" oder "St. John's Hunde" mit englischen Jagdhunden, z. B. dem roten Irischen Setter, entstanden "Wavy-Coated Retriever" von variabler Farbe.

Im Jahre 1864 paarte Lord Tweedmouth einen gelben Wavy-Coated Retriever mit welligem Fell (wavycoated) „Nous“ mit einem heute ausgestorbenen Tweed Water Spaniel „Belle“. Zwischen 1868 und 1890 züchtete Lord Tweedmouth diese Linie sorgfältig weiter. Er kreuzte einen weiteren Tweed Water-Spaniel ein, zwei schwarze Retriever, ferner einen Irish Red Setter und einen sandfarbenen Bluthund. Die erste Eintragung der Rasse ins Stud Book wurde 1913 unter der Bezeichnung „Flat-coated Retriever“ vorgenommen. Im Jahr 1913 wurde der Golden Retriever vom britischen Kennel Club, der deshalb als zuchtbuchführender Verband fungiert, als eigene Rasse anerkannt.

Durch sein sehr gefälliges Äußeres und seines sympatischen Wesens ist er zu einem sehr beliebten Familienhund avanciert.

Pflege

Das Fell muß regelmäßig gebürstet und gekämmt werden, überschüssige Haare zwischen den Fußballen müssen geschnitten werden, die Gehörgänge sollten auf Sauberkeit kontrolliert werden. Wenn nötig, kann man den Hund auch im Trimmsalon versorgen lassen.

Chrarakter

Der Golden Retriever besitzt ein gutes Gedächtnis, großes Anpassungsvermögen und ist ein unkomplizierter, lieber, intelligenter, sozialer, selbstsicherer, gefühlvoller, leicht erziebarer Hund, der sogar in der Stadt gehalten werden kann, wenn er reichlich Auslauf bekommt. Er bellt nur, wenn es sein muss, schwimmt aber für sein Leben gern.

Dass der Golden Retriever mittlerweile ein ausgesprochener Modehund geworden ist, hat vielfach eine Massenzucht mit entsprechenden negativen Begleiterscheinunen zur Folge gehabt. Durch fast unkonrolierte Vermehrung wurden die guten charakterlichen Züge des einst sanften Tieres ins Gegenteil gekehrt und immer häufiger ust von aggressiven Rassevertretern zu hören. Auf der anderen Seite traten Erbkrankheiten wie die Hüftgelenksdysplasie vermehrt auf.

Ein Hund aus einer soliden Zucht gibt jedoch nach wie vor einen fast perfekten Hausgenossen ab, ganz abgesehen davon, dass sich die Rasse hervorragend zum Gebrauchthund im Dienste von Jäger, Zoll, Polizei, Blinden und Behinderten abrichten lässt.

Sein Schutztrieb ist im Vergleich zu anderen Hunderassen – wenn überhaupt – nur rudimentär entwickelt. Das unter Retriever-Haltern bekannte Sprichwort: „Ein Golden vertreibt keinen Einbrecher; stattdessen freut er sich über den Besuch und hilft jenem, die Wertsachen aus dem Haus zu tragen“ kennzeichnet die meisten Hunde dieser Rasse recht gut.

Äußerlichkeiten des Golden Retriever

Aufzucht und Erziehung

Der Golden Retriever ist ein unkompliziertter, leicht erziehbarer Hund, der sogar in der Stadt gehalten werden kann, wenn er reichlich Auslauf bekommt. Er bellt nur, wenn es sein muss, schwimmt aber für sein Leben gern.

Ein Golden Retriever lernt nicht nur schnell - er behält das Gelernte meist auch ein Leben lang. Diese Retriever dürfen nicht mit harter Hand angepackt werden, sie sind sehr empfindsam und gefühlvoll.

Das Training sollte so abwechslungsreich wie möglich gestaltet werden, die Anmeldung zu einem Gehorsamkeitskurs ist sehr zu empfehlen.

Um seinen angeborenen Jagdtrieb in die richtige Richtung zu steuern muss auch der leicht zu führende Golden Retriever ausgebildet werden. Sein Zuchtziel war es ein zuverlässiger Apportierhund zu sein, der sich vor allem für die Wasserarbeit eignete und für die ″Arbeit nach dem Schuss″, was bedeutet, dass er erlegtes Wild freudig und mit weichem Maul seinem Führer zuträgt. Sein vorrangiges Einsatzgebiet ist die Entenjagd und die Jagd auf weiteres Niederwild. Seine enorme Intelligent unterstützt ihm bei seinem Jagdverstand, sein Charakter und seine Affinität zu Wasser verleihen ihm Jagdleidenschaft und lassen seine herausragenden Fähigkeiten wie Beute- und Bringtrieb, Finderwillen und vortreffliche Nase brauchbar werden.

Die beschriebene Leichtführigkeit in Verbindung mit einer hohen Intelligenz und Anpassungsfähigkeit haben dazu geführt, dass der Golden Retriever neben seiner ursprünglichen Verwendung zur Jagd heute überdurchschnittlich häufig als Behindertenbegleithund, z. B. als Blindenführhund, Assistenzhund oder Gehörlosenhund, als Rettungshund und als Rauschgift- und Sprengstoffspürhund eingesetzt wird.

Um diesen Aufgaben gewachsen zu sein, benötige der Golden Retriever nicht nur eine sehr gute Verträglichkeit zum Menschen, sondern auch zu Artgenossen und anderen Tieren. Dagegen sind Eigenschaften wie Aggressivität, Ängstlichkeit, Kampftrieb oder Nervosität nicht erwünscht. Durch seinen "will-to-please" lässt sich der Golden Retriever generell gut für alle Aufgaben ausbilden. Durch all diese Fähigkeiten avanciert der Golden Retriever zu Recht zu einer der beliebtesten Hunderassen.

Verträglichkeit

Die Hunde dieser Rasse gehen sehr gut mit Artgenossen, anderen Haustieren sowie Kindern um, die sie allzeit liebevoll beschützen möchten. In der Regel sind Golden Retriever echte „Menschenfreunde", dennoch können einige Exemplare in Gegenwart von Fremden recht wachsam oder auch sehr zurückhaltend reagieren.

Bewegung

Auch wenn sich ein Golden Retriever an seinen Besitzer anpaßt: Man sollte immer daran denken, daß dieser Hund mehr Bewegung als ein „Durchschnittshund" braucht. Ist der Hund erst einmal vollkommen ausgewachsen, kann man ihn gut neben dem Fahrrad laufen lassen. Die meisten Exemplare schwimmen und apportieren mit Begeisterung und gehen auch gern in einen Gehorsamkeits- oder Behendigkeitskurs.

Besonderheiten

Der Golden Retriever ist ein sehr populärer Hund. Man sollte einen Welpen nur von einem vertrauenswürdigen Züchter kaufen.

Golden Retriever Portät

FCI-Standard

FCI-Gruppe 8, Sektion 1: Apportierhunde

Gehört zur Gruppe

8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde

Ursprung

Schottland, England, Vereinigtes Königreich

Lebenserwartung

10 bis 12 Jahre

Grösse

Widerristhöhe Rüden: 58 - 61 cm
Widerristhöhe Hündinnen: 54 - 57 cm

Gewicht

Rüden: 30–34 kg
Hündinnen: 25–32 kg

Aussehen

Kräftiger, symmetrischer, aktiver Retriever mit einer eleganten und ausgewogenen Figur.

Farben

Creme, Hellgolden, Dunkelgolden, Golden

Fell

Das Haar ist mittellang und meist glatt oder leicht gewellt; Deckhaar Wasser abweisend, Unterwolle dicht und weicher. Die Farbe ist, wie der Name schon sagt, einfarbig gold- oder cremefarben, in Schattierungen von hellem, cremigem Gold bis hin zu sattem Goldgelb.

Gesundheit

Generell gut, mit Neigung zu Hüftdysplasie, Ellenbogendysplasie und verschiedenen Augenkrankheiten.

Besitzer sollten

Welpen von einem angesehenen Züchter erwerben, der sicher stellt, dass die Erbanlagen einwandfrei sind. Retriever mit Zuchtfehlern können bösartig oder schwer zu erziehen sein. Retriever sind eine anspruchsvolle Rasse, die regelmäßig Auslauf, Training und sehr viel Bewegung braucht.

Dieser Beitrag wurde am 11.03.2017 16:31 verfasst.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2017 14:57