Lundehund - der perfekte Papageientaucher-Jäger

Geschichte

Der Norwegische Lundehund wurde für die Jagt von Seevögel an der Norwegischen Küste benutzt. Sein Name ist eine Kombination des Norwegischen Worts „Lunde“ (Papageitaucher, i.e. Fratercula arctica) und „Hund“. Es ist nicht so einfach das Alter dieser Hunderasse zu beziffern obwohl es Aufzeichnungen von Jagdhunden gibt, die zum Jagen von Papageitauchern verwendet wurden, die mehr als 400 Jahre alt sind. Für die Menschen an der Norwegischen Küste war der Norwegischer Lundehund von besonderer Bedeutung.

Die besonderen anatomischen Merkmale des Lundehundes mit zusätzlichen funktionierenden Zehen, einem Hals, der sich biegen kann, um den Rűcken zu berűhren, Ohren, die sich schliessen können und Vordergliedmassen, die extrem flexibel sind, ermöglichen es dem Hund an senkrechtem Geröll aufzuklettern und in die engen, gewundenen Gänge der nestenden Papageitaucher einzudringen und die Vögel lebend herauszuholen.

Im Winter war das Papageitaucher Fleisch ein bedeutender Bestandteil der Ernährung in den Küstengegenden. Durch die Veränderungen der Jagdmethoden, wie der Vogelfang mit einem Netz und die Entvölkerung in nördlichen Küstengegenden hat zu einer Verringerung der Anzahl an Norwegischer Lundehunden geführt.

Dennoch haben die Menschen auf der einsamen Insel von Vaeroy, die Jagd-Traditionen und den Gebrauch des Lundehunds aufrecht erhalten. Somit wurde Måstad der einzige Ort, an dem diese Rasse noch existierte und wegen der Abgeschiedenheit vermischte sie sich auch nicht mit anderen Hunden. Währen des ersten und zweiten Weltkrieges wurde der Lundehund durch die Staupe fast ausgerottet.

Einige Hunde wurden in dieser Zeit zu einem Herrn und Frau Christie in Süd Norwegen gesendet und mit ihnen gezüchtet. Die Christies in Zusammenarbeit mit den Menschen von Vaeroy und einigen neuen Züchtern, haben es geschafft die Rasse vom Aussterben zu bewaren. Der Papageitaucher ist mittlerweile eine geschützte Tierart und die Norwegischer Lundehunde können nicht mehr ihrer traditionellen Bestimmung nachgehen. Dennoch sind sie sehr geschätzt und ein Teil des Norwegischen Kultur Erbes.

Verwendung

Seine anatomischen Besonderheiten prädestinieren diesen Hund zur Jagd auf Papageitaucher auf den steilen Felsen am Rande der Fjords und am Meer.

Pflege

Das Fell dieser Hunde kann leicht gepflegt werden. Während des Fellwechsels lassen sich lose Haare am besten mit einem guten Kamm aus der Unterwolle entfernen. Da der Vogelhund ein Nahrungsspezialist ist, ist es wichtig, daß er entsprechendes Futter bekommt; am besten erkundigt man sich bei einem Fachmann. In seiner Heimat stehen überwiegend Fische und Vögel auf dem Speiseplan. Fettreiches Säugetierfleisch kann zu starkem Durchfall und Erbrechen führen.

Charakter

Eigensinnig, fröhlich, „Sinn für Humor", unartig, intelligent und listig, dominant; Lundehunde bellen nur wenig.

Aufzucht und Erziehung

Das Training muß so abwechslungsreich wie möglich gehalten werden, sich ständig wiederholende Übungen sorgen dafür, dass der Hund sich langweilt und bald Unsinn anstellt. Man sollte immer konsequent bleiben.

Bewegung

Allzuviel Bewegung hat dieser Hund eigentlich nicht nötig. Ihm reichen drei Gänge pro Tag. Wenn man ihn darüberhinaus auch noch ein wenig im Garten spielen läßt, hat er genügend Körperertüchtigung.

Besonderheiten

Fachleute sind sich noch nicht einig, ob diese Hunde zur Gattung Canis familiäres (domestizierter Haushund) gehören, oder vielleicht doch Mitglieder der Gattung Canis ferus (Urhunde) sind. Jedenfalls verfügen Lundehunde über Merkmale und Eigenschaften, die bei keiner anderen Hunderasse auftreten. Um seine Gehörgänge gegen Spritzwasser oder Staub zu schützen, kann der Hund die Ohrmuscheln so stellen, daß sie nach vorne schließen.

Ein weiteres interessantes Merkmal zeigen die Pfoten: Um die Beweglichkeit und den guten Halt auf den Felsen zu sichern, wurden die Hunde auf Vielzehigkeit (Polydaktylie) gezüchtet. Sie besitzen mindestens zwei große, funktionsfähige Wolfskrallen und bis zu acht einzelne Pfotenpolster pro Pfote - „normale" Hunde besitzen nur fünf oder sechs.

Der Standard verlangt, dass die Hunde mindestens sechs Zehen pro Pfote haben müssen. Darüberhinaus sind die Hunde unglaublich gelenkig; Sie können ihren Kopf beispielsweise vollkommen nach hinten in den Nacken bzw. auf den Rücken biegen.

Norwegischer Lundehund Porträt

FCI-Standard

FCI-Gruppe 5
Sektion 2: Nordische Jagdhunde, Standard Nr. 265

Gehört zur Gruppe

5: Spitze und Hunde vom Urtyp

Ursprung

Norwegen

Lebenserwartung

12 bis 14 Jahre

Alternative Namen

Norsk Lundehund

Veranlagung / Typ

Jagdhund - spezialisiert auf die Jagd des Papageitauchers.

Grösse

Rüden: 33 - 38 cm
Hündinnen: 30 - 36 cm

Gewicht

Rüden: 6 - 9 kg
Hündinnen: 6 - 9 kg

Aussehen

Der Lundehund besitzt dreieckige Ohren von mittlerer Größe, breit an der Basis, aufrecht getragen und eine halblange, dicht behaarte Rute, ringelförmig oder leicht gerollt über dem Rücken oder auch hängend getragen.

Farben

Schwarz, Weiß, Sand-weiß, Rot, Gelb, Grau

Fell

Der Lundehund besitzt kurze Haare und eine weiche Unterwolle. Die Farben gehen von Rotbraun bis Braun mit schwarzen Haarspitzen.

Dieser Beitrag wurde am 25.11.2017 11:44 verfasst.

Zuletzt aktualisiert am 25.11.2017 13:19