Rottweiler - beliebt wegen seiner unerschütterlichen Loyalität

Während des Ersten Weltkrieges verdiente sich diese Rasse höchste Anerkennung als Kriegs- und Polizeihund und wurde weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Zuerst wurde er 1935 beim Amerikanischen Kennel Club registiert. Ein England gewann er nur langsam Freunde (erste Registierung 1965). Heute wird er vor allem als Polizei- und Wachhund eingesetzt, aber auch als Haus- und Familienhund.

Der Rottweiler ist bei seinen Besitzern vor allem beliebt auf Grund seiner unerschütterlichen Loyalität, seiner Eignung als Wachhund und wegen seines kräftigen, attraktiven Aussehens. Das ist Fluch und Segen dieser Rasse, denn zu oft wird er missbräuchlich als „Statussymbol“ verwendet und gerät so in die falschen Hände. Wenn man ihn als Familien- und Haushund halten möchte, sollte man sich darüber im Klaren sein das diese Rasse viel Beschäftigung und Auslauf braucht. Rottweiler waren und sind Arbeitshunde, denen eine Runde um den Häuserblock nicht ausreicht.

Außerdem verteidigen sie ihr Revier meist sehr konsequent, sodass sie unbedingt von einem kompetenten Besitzer mit Hundeerfahrung liebevoll, aber doch konsequent erzogen werden sollten. Sonst können Rottweiler auf Grund ihres Territorialverhaltens, ihrer Wachsamkeit und ihrer enormen Kraft durchaus auch gefährliche Hunde werden. Dem lässt sich mit Auslastung und guter Sozialisierung vom Welpenalter an jedoch gut entgegenwirken.

Er ist lieb mit Kindern (sollte aber, wie jeder Hund, nie unbeaufsichtigt mit ihnen bleiben), verspielt und freundlich mit Leuten die er kennt. Fremden gegenüber sind Rottweiler meist eher zurückhaltend, aber nicht unfreundlich.

Erscheinungsbild

Der Rottweiler verfügt über ein kräftiges, muskulöses Gebäude von quadratischer Struktur mit einem geradem Rücken, breiter Brust und aufgezogenem Bauch. Sein Kopf ist kräftig entwickelt und die Schnauze mit ihrem geraden Nasenrücken gleich lang wie der Schädel. Er besitzt ein besonders kräftiges Scherengebiss.

Die dreieckigen, hoch angesetzten Ohren hängen herab. Sein mittellanges, derbes Deckhaar liegt über der feinen schwarzen, grauen oder rötlichen Unterwolle, die jedoch nicht durchscheinen darf. Das schwarze Fell weist rotbraune Abzeichen auf, die jedoch höchstens ein Zehntel des gesamten Haarkleides bedecken dürfen. Die kurz kupierte Stummelrute sollte rund 4 cm messen.

Pflege

Ein Rottweiler ist recht leicht zu pflegen. Um während des Fellwechsels die losen Haare zu entfernen, ist ein Gumminoppenhandschuh empfehlenswert - damit läßt sich vorsichtiger als mit einer normalen Bürste arbeiten. Wenn man das Fell zum Glänzen bringen möchte, bieten sich Lotionen oder Glanzsprays an. Ansonsten: Nägel kürzen und Gehörgänge frei halten.

Charakter

Trotz seines Rufes, manchmal agressiv zu sein, zählt der Rottweiler zu den absolut zuverlässigen Hunden, sofern er entsprechend seiner Ansprüche und seines Charakters behandelt wird. Als typischer Wachhund verhält er sich ab und an agressiv gegenüber Fremden.

Sein Herrchen muss sich dieser Tatsache stets bewusst sein. Der Rottweiler ist kein nervöser Tier, aber er schätzt es im Allgemeinen nicht, wenn ihn unbekannte Personen streicheln. Auch als Spielgefährte ist er nicht für jedermann geeignet. Tiere dieser Rasse müssen deshalb zu absoluten Gehorsam erzogen werden und sollten unter strengem Kommando stehen. Mehr noch als bei den nderen doggenartigen Hunden darf man bei einem Rottweiler nie wiedersprüchliche Befehle erteilen.

Ist ein bestimmtes Verhalten unerwünscht, so muss dies immer freundlich, aber bestimmt verlangt werden. Gegensätzliche Befehle verwirren das Tier, das sehr methodisch vorgeht und gewohnheitsliebend ist. Wenn der Hund nicht weiß, welchen Befehl er befolgen soll, wird er vermehrt seinen eigenn Wünschen nachgehen und nach und nach unkontrollierbar werden.

Bei diesem Hund darf nie Gewalt angewendet werden. Sein Herrchen uss bei der Erziehung bestimmt und konsequent vorgehen, aber gleichzeitig Raum für eine innige Beziehng schaffen. Rottweiler haben es gern, wenn man viel mit ihnen spricht, auch wenn sie die Worte nicht verstehen, sie erfassen nämlich instinktiv die Nähe, die Gespräche zwischen Herrchen und Hund aufbauen.

Rottweiler dürfen nicht an der Kette gehalten werden, da dies stets zu aggressivem Verhalten führt. Werden all diese Punkte berücksichtigt, so erweist sich diese Rasse für die gesamte Familie als treue, kinderliebende und anhängliche Tiere, die Personen und Eigentum seiner Familie sicher beschützen.

Aufzucht und Erziehung

Rottweiler entwickeln leicht einen etwas stärkeren Charakter; sie brauchen daher einen Besitzer, der mit ruhiger, liebevoller, aber konsequenter Erziehung von Anfang an zeigt was „richtig“ und was „falsch ist“. Dann ist der Rottweiler ein toller Begleiter in allen Lebenslagen.

Rottweiler haben ein gutes Gespür für Änderungen der Stimmlage, die man bei der Erziehung hervorragend einsetzen kann. Hundeerfahrung ist somit ein Muss. Rottweiler sind gute Schutzhunde und nehmen erfolgreich an Leistungswettbewerben teil.

Verträglichkeit

Wenn ein Rottweiler ausgewogen und konsequent erzogen worden ist, ist er „seiner Familie" ein treuer und ergebener Begleiter und ein guter Spielkamerad für die Kinder. Katzen und andere Haustiere sollten ohne Probleme akzeptiert werden, wenn der Hund vom Welpenalter an mit ihnen zusammen aufgewachsen ist.

Gegenüber anderen Hunden verhalten Rottweiler sich oft ein wenig aufdringlich und rüde. Hier ist die Erziehung wichtig um ihnen den Rückhalt bieten zu können den jeder Hund bei Hundebegegnung braucht. Bekannte der Familie werden meistens enthusiastisch begrüßt. Fremde kommen hingegen meist nicht weiter als bis zur Gartenpforte – dann zeigt der Rotti wieso er als Wachhund eingesetzt wurde.

Lebensbereich

Der Rottweiler spürt Kälte kaum und kann auch im Winter in einer isolierten Hundehütte im Freien schlafen. Das Tier benötigt aber eine enge Beziehung zu seinem Herrchen, sofern man ein Tier mit Charakter heranziehen will. Auch ein Leben in einer Wohnung fällt ihm nicht schwer.

Bewegung

Man sollte für ausreichenden Auslauf sorgen, denn der Rottweiler braucht viel Bewegung. Rennen im Wald und auf der Heide findet er herrlich und zeigt meist keinerlei Neigung dazu, wegzulaufen. Auch Schwimmen oder Laufen neben dem Fahrrad sind gute Möglichkeiten der Körperertüchtigung. Auch mit Apportieren lässt sich dieser Hund begeistern.

Rottweiler Porträt

FCI-Standard

FCI-Gruppe 2
Sektion 2: Molossoide
2.1 Doggenartige Hunde
Standard Nr. 147

Gehört zur Gruppe

2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde

Ursprung

Deutschland

Lebenserwartung

8 bis 10 Jahre

Veranlagung / Typ

Wach- und Schutzhund, Familienhund

Grösse

Widerristhöhe Rüden: 61–69 cm
Widerristhöhe Hündinnen: 56–63 cm

Gewicht

Rüden: 50–60 kg
Hündinnen: 35–48 kg

Aussehen

Ein kurzhaariger, sehr robuster, kräftiger Hund mit rechteckiger Gesichtsform und muskulösem Körperbau.

Farben

Schwarz, Lohfarbe, Mahagonifarben

Fell

Dichtes, doppellagiges Haarkleid mit straff anliegendem Deckhaar und relativ dünner Unterwolle, die manchmal nur an Hals und Oberschenkeln vorhanden ist. Die Farbe ist ein tiefes Schwarz mit Abzeichen in Rost oder Mahagoni am Kopf, an den Unerschenkeln und an der Innenseite der Hinterläufe.

Gesundheit

Generell sind Rottweiler gesund und robust, aber sie neigen auch zu Hüft. und Ellenbogendysplasie, Blähungen und Augenerkrankheiten (z.B. Entropium, einer schmerzhaften Einstülpung der Augenlieder nach innen mit Wimpernreiben auf dem Augapfel.) Schlecht gezüchtete Rottweiler können agressives Verhalten zeigen, deshalb diese Hunde immer von anerkannten Züchtern kaufen.

Besitzer brauchen ...

Erfahrung, Zeit und Geduld, um diesen herrischen Hund regelmäßig und sorgfällig auszubilden und ihm genügend Auslauf zu verschaffen.

Dieser Beitrag wurde am 26.09.2017 23:57 verfasst.

Zuletzt aktualisiert am 09.09.2018 16:21