Home » Hunderassen » Hütehunde und Treibhunde » Border Collie

Border Collie - Rassenportrait

Der Border Collie wurde in alle Welt geschickt, um dort als Hütehund zu arbeiten, so sehr war sein Können gefragt. Er arbeitet instinktiv - Besitzer von Borderwelpen werden beobachten, dass diese bereits als Babys beginnen, alles zusammenzuhalten und zu dirigieren, was sich bewegt.

Border Collie Schafhüter
Quelle: pixabay.com

Diese Rasse nahm bereits an den frühesten aufgezeichneten Hütehundqualifikationen teil, und heute tun sich ihre Vertreter nicht nur beim Hüten, sondern auch in Agility und Gehorsamkeit hervor.

Wer einen Border Collie als Haushund hält, lernt seine Schattenseiten kennen: Dem Besitzer wird sehr viel abverlangt. Diese Collies brauchen ausreichende, anstrengende Bewegung sowie mentales Training. Wer für seinen Hund keine Herde zum Hüten hat, muss sich eine Menge einfallen lassen, um den hoch intelligenten Hund zu beschäftigen.

Border Collie Agility- und Flyball-Wettbewerben
Quelle: pixabay.com

Viele lösen das Problem, indem sie ihren Hund an Agility- und Flyball-Wettbewerben teilnehmen lassen oder sich knifflige Tricks ausdenken, die sie den Hund beibringen, um ihn mental fit zu halten.

Gelangweilte Border Collies können neurotisch und destruktiv werden, deshalb sollte man sich genau überlegen, ob man für einen Border Collie geeignet ist. Ein glücklicher Border Collie ist eines der dankbarsten Haustiere überhaupt.

Ob es nun zu seinem "Job" gehört, auf Schwebebalken zu balancierender oder Frisbees im Parkt zu fangen - es ist eine Freude zu beobachten, mit welcher Konzentration er bei der Arbeit ist.

Ansonsten ist der Hund anspruchslos. Einmal pro Woche kämmen genügt, um das Fell vor Verfilzung zu schützen. Außerdem braucht er länger, um erwachsen zu werden, manchmal bis zum dritten Geburtstag. Deshalb kann es auch länger dauern, bis er verlässlich erzogen ist und alle „jugendlichen“ Flausen sein lässt.

Erscheinungsbild

Dieser wohlproportionierte und flinke Hund verfügt üer eine spitz zulaufende Schnauze mit schwarzem Nasenspiel und einem deutlichen Stop. Die ovalen Augen stehen nicht zu eng zusammen und sind von mittlerer Größe und dunkelbraun.

Die einzige Ausnahme dabei bildet die blau-marmoriert gefärbte Form (blue-merle), bei der ein Auge oder beide blau sind. Der Gesichtsausdruck ist sanft und intelligent. Die sehr beweglichen Ohren stehen halb aufrecht. Hinsichtlich der Färbung des Fells unterscheidet man zwei Varietäten: eine langhaarige und eine kurzhaarige.

Bei beiden hat das Deckhaar dicht und von mittlerer Konsistenz zu sein, die Unterwolle hingegen kurz, dicht und weich. Beim Langhaar-Collie muss das Fell eine Mähne, Hosen und eine bürstenförmige Rute bilden. Die Schnauze, die Ohren und die Gliedmaßen sind hingegen kruz und glatt behaart.

Bei der Färbung gibt es keine besonderen Einschränkungen, wobei die weiße Farbe jedoch nicht vorherrschen darf. Die Rute soll von durchschnittlicher Länge, tief angesetzt, dicht behaart und am Ende aufwärts gebogen sein. Im gereizten Zustand steht sie waagerecht, aber nie über den Rücken hinaus.

Pflege

Das Fell der Border Collies hat nur relativ wenig Pflege nötig. Wöchentliches Durchbürsten hält das Fell in gutem Zustand.

Charakter

Der Border Collie ist ein typischer Hirtenhund. Seine herausragenden Eigenschaften, wie Gehorsamund Entschlossenheit beim Arbeiten, machen ihn zu einem vielseitig einsetzbaren Tier.

Er entwickelt ein ungewöhnliches Ausmaß an Zuneigung zu seinem Besitzer. Um diesem zu gefallen, versucht er dessen Wünsche zu erraten und jede Prüfung zu bestehen. Neben seinen anderen Qualitäten verfügt er über eine enorme Geschicklichkeit, die ihn zu den schwierigsten Sachen befähigt.

So kann er etwa aus dem Stnd in die Höhe springen. Sein lebhafter und liebevoller Blick, der typisch für diese Rasse ist, zeugt von einer großen natürlichen Intelligenz.

Eigenschaften

Der Border Collie ist ein bildschöner, harmonisch proportionierter Vierbeiner, dem man auf den ersten Blick nicht ansieht, wie viel Kraft, Arbeitseifer und Ausdauer in ihm steckt.

Die Rasse zeichnet sich durch Robustheit, Intelligenz, Unerschrockenheit und ein schnelles Auffassungs- und Reaktionsvermögen aus, aber auch durch eine gewisse angeborene Schärfe, die sich unangenehm bemerkbar machen kann, wenn der arbeitseifrige Hund nicht genügend gefordert wird und keine echte Aufgabe hat. Dementsprechend wichtig ist die frühe Anerziehung der „Beißhemmung“.

Aufzucht und Erziehung

Die Border Collies sind weltweit für ihre enorme Intelligenz und den Wunsch, diesen Ruf auch gerecht zu werden, bekannt. Neue Kommandos begreifen sie außerordentlich schnell. Die meisten Border Collies besitzen eine naturgegebene Veranlagung für das Treiben von Vieh.

Unterbringung

Ein Border Collie eignet sich nur für fortgeschrittene Hundehalter, die willens sind sich immer wieder neue Dinge auszudenken, die sie ihrem Vierbeiner beibringen können. Wird ein Border ständig eingesperrt, neigt er zu destruktiven Verhalten und anhaltendem lautstarken Bellen.

Verträglichkeit

Wenn ein Border Collie ausreichend Bewegung und geistige Auslastung erfährt, geht er in der Regel gut mit Artgenossen, anderen Haustieren sowie Kindern um. Bei Mangel an Arbeit kann es jedoch sein, dass sich der Border selbst eine Beschäftigung sucht und beispielsweise die Kinder oder andere Haustiere “zusammentreibt” und „hütet“.

Bewegung

Ein Border Collie, der nichts zu tun hat, wird schnell zu einem unguten, manchmal sogar aggressiven Hund. Ein wenig Auslauf allein genügt dieser Rasse nicht. Die Boders wollen und müssen mit einer oder mehreren Aufgaben gefordert werden.

Somit ist es nicht weiter erstaunlich, dass Border Collies bei Wettkämpfen meist auf den vorderen Plätzen zu finden sind, speziell wenn es um Behändigkeit, Gehorsamkeit, “Fly-Ball” oder das Treiben von Schafen geht. Die Hund sind gewissermaßen “Perfektionisten” und wollen immer alles richtig machen. Es ist offensichtlich: Diese Rasse braucht Beschäftigung!

Namensherkunft

Mit dem "Border" im Namen ist die Grenze zwischen England und Schottland gemeint, wo diese altbewährte Hütehunderasse ihren Ursprung hat. Der Border Collie war - und ist noch immer ein ausgesprochender Arbeitshund, der seine Aufgabe, das Hüten und Treiben der Schafherden, sehr ernst nimmt und perfekt beherrscht. Mit der Funktion als Begleithund, die man ihm neuerdigs immer häufiger zumutet, scheint er sich noch nicht ganz abgefunden zu haben.

Besonderheiten

Diese Rasse ist nicht für Anfänger geeignet. Nur hundeerfahrene Leute sollten sich einen Border Collie (oder einen Mischling mit dieser Rasse) zulegen und gewährleisten, dass der Vierbeiner adäquat beschäftigt und ausgelastet wird.

Geschichte

Schon im Jahre 1873, fanden in Großbritannien, die ersten organisierten Wettkämpfen, den sogenannten "Sheepdogtrial" (engl. Hüteprüfung bzw. Schäferhundprüfung), auf dem die Hunde ihre Leistungen in einem Wettbewerb demonstrieren können, statt.

Auf diesen Wettkämpfen konnten die Hunde ihre Fähigkeiten im Bezug auf das Schafe hüten unter Beweis stellen und die Gewinner wurden besonders gern zur Zucht benutzt.

Sheepdogtrial

Selbst heutzutage sind Sheepdogtrails ein bedeutsames Merkmal, wenn es um die Bewertung der Zuchtqualität eines Border Collies geht. Dadurch wurde er auch zunächst in die ISDS (International Sheep Dog Society) aufgenommen, hier wurde mehr nach seinem Hüteeigenschaften und weniger nach seinem Aussehen bewertet.

Die ersten Züchter beabsichtigen einen Hund zu züchten, der harte und komplizierte Arbeit in einen rauen und unwirtlichen Klima vollbringen konnte. Bei der Auswahl der damaligen Arbeits- und Hütehunde wurde nur wenig bis gar kein Wert auf Aussehen und Gesundheit der Tiere gelegt.

Noch heute schreibt der ISDS (International Sheep Dog Society) keine Standards über Körpermerkmale vor, man ist der Ansicht das solche Rassestandards einen schlechten Einfluss auf das einzig wichtige Zuchtziel, einen exzellenten Hütehund, haben.

Old Hemp - Stammvater

Dennoch wurde der Border Collie 1976 vom Kennel Club in London als Rasse für Ausstellungszwecke anerkannt und wurde 1988 in die FCI-Standards aufgenommen. Als "Stammvater" des modernen Collies, gilt der im September 1893 in Northumberland geboren Rüde "Old Hemp". Er war aufgrund seiner herausragenden Hütefähigkeiten als Zuchtrüde beliebt.

"Old Hemp" befand sich im Besitz des Züchters Adam Telfer, wo er als Arbeitshund Schafe hütete und dabei einen ungewöhnlich ruhigen Arbeitsstil zeigte, der von anderen Züchtern aufgegriffen wurde und heute bei Border Collies als üblich gilt. Old Hemps Hütefähigkeiten erregten auch das Interesse anderer Hundeführer.

Als Zuchtrüde war er so gefragt, dass die Anzahl seiner unmittelbaren Nachkommen auf mehr als 200 geschätzt wird. Seine Merkmale, sein mittelgroßer Körperbau und sein raues Fell haben sich in zahlreichen seiner Nachkommen erhalten und sind für die Rasse charakteristisch geworden.

Der Border Collie wird heute partiell vom australischen Typ beeinflusst, der ein längeres Fell und einen stärkeren Knochenbau zeigen. Stammvater war hier der neuseeländische Rüde „Clan Abby Blue Aberdoone“, der in das Heimatland der Border Collies, nach England zurückgeholt wurde.

Im gegensatz zu anderen Hunderassen sind die Rassestandards für den Border Collie noch heute nicht so streng festgelegt und lassen bewusst Spielraum für Interpretationsmöglichkeiten.

Gewinnspiel

Steckbrief Border Collie

FCI-Standard

FCI-Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr. 297

Gehört zur Gruppe

1: Hüte- und Treibehunde

Ursprung

Großbritannien

Lebenserwartung

10 bis 17 Jahre

Größe

Rüden: 48 - 56 cm
Hündinnen: 46 - 54 cm

Gewicht

Rüden: 14 - 20 kg
Hündinnen: 12 - 19 kg

Aussehen

Ein mittelgroßer Herdenhund mit ausgeprägt athletischer Erscheinung; muskulös und schlank mit ungewöhnlich aufmerksamen, konzentrierten Blick.

Fell

Es gibt zwei Varianten: einmal rau, einmal glatt, beide mit Doppelfell. Die Raue hat ein längeres Fell, das leicht gewellt sein kann, aber das Deckhaar ist hier dick und Wasser abweisend.

Der seltenere glatthaarige Collie hat das kürzere Fell, das eine Mähne um den Hals haben kann. Fast jede Farbe oder Farbkombination ist laut Zuchtbestand erlaubt, wobei die häufigsten Kombinationen Schwarz und Weiß, Braun und Weiß oder dreifarbig sind.

Augen

Oval und weit auseinander stehend; die Farben reichen von Dunkelbraun bis zu Haselnuss oder Blau. Manche Collies haben je ein braunes und ein blause Auge - was nach dem Zuchtstandard kein Fehler ist.

Ohren

Mittelgroß und besonders beweglich bei dieser Rasse. Sie werden aufrecht, halb aufrecht oder hängend getragen und zeigen verlässlich an, wie aufmerksam der Hund gerade ist.

Kopf

Schön modelliert und elegant, zur Schnauze hin spitz zulaufend. Die Farbe der Nase muss zur Hauotfellfarbe passen.

Schwanz

Ziemlich lang, gut behaart mit einem Aufwärtsschwung am Ende. Er wird tief getragen und richtet sich nua manchmal auf bis in die Horizontale, wenn der Hund erregt ist.

Beine

Vorderläufe sind lang, im Verhältnis zur Körpergröße zierlich und relativ schmal, obwohl die Hinterläufe breit und muskulös sind.

Pfoten

Dick gepolsterte Ballen an kompakten Pfoten, geeignet für energische, lange Märsche. Die Zehen sind aufgewölbt gebogen und die Krallen dick und kräftig.

Sa­lu­b­ri­tät

Ein kräftier und gesunder Arbeitshund, der nur manchmal an Hüftgelenkdysplasie, Allergien, Augenerkrankungen (Netzhautatrophie) oder Gehirnerkrankungen leidet.

Besitzer Müssen

verstehen, dass der hund sorgfältiges Training und ausreichend Auslauf braucht, aber auch Anregung. Border Collies sind nur für sehr engangierte Besitzer geeignet.

Geeignet für

aktive Fortgeschrittene

Für Menschen, die sich dem Hundesport widmen wollen, sind Border Collies ein Geschenk des Himmels.

Auch Bauern, bei denen die Hunde ihren ursprünglichen Aufgaben nachkommen können, werden sicher nicht enttäuscht werden.

Als reiner Haushund sind Borders allerdings nicht unbedingt die beste Wahl.

Dieser Beitrag wurde am 12.06.2013 22:10 verfasst.

Zuletzt aktualisiert am 29.10.2018 18:26