Bobtail - Old English Sheepdog

Bobtail bedeutet so wie viel „Stummelschwanz“. Man vermutet das die Ruten dieser Hunde früher gekürzt wurden, da es auf Hunde mit langer Rute eine Steuer gab. Heute ist das Kupieren der Ruten jedoch in vielen Ländern verboten.

Die Rasse arbeitete zunächst als Viehtreiber, bewacht die Schafe, wenn sie von Platz zu Platz zogen und half den Schäfern bei der Nachtwache. Mit diesen Eigenschaften hatte der Bobtail in der Vergangenheit einen ausgezeichneten Ruf. Heute gilt der Bobtail als treuer und freundlicher Haus- und Familienhund.

Groß und manchmal ungestüm braucht diese Rasse viel Platz, Auslauf und Beschäftigung. Der Bobtail neigt mehr zum Schlendern und Trödeln als zum Hetzen und Energie verbrauchen, weshalb er gut zu jemandem passt, der gerne gemütlich spazieren geht.

Fellpflege ist äußerst wichtig, denn das Doppelfell (Unterwolle und Deckhaar) kann ohne tägliches Bürsten schnell verfilzen. Leider verkam der Bobtail Ende des 20. Jahrhunderts zu einem „Modehund“, was sich leider auch in der Qualität des Fells wiederspiegelte. Heute ist dieser Trend größtenteils wieder aufgehoben.

Charakterlich ist der erwachsene Bobtail ein freundlicher, ruhiger und sehr anhänglicher Hund. Er ist lieb zu Kindern und oft "behütet" er seine Familie geradezu mütterlich – allerdings sollte man diese Eigenschaft ein wenig zügeln, da er sonst zu starkem „Hüten“ neigt.

Bobtails brauchen lange um „erwachsen“ zu werden. So behalten sich einige Vertreter dieser Rasse ihr Welpen Verhalten, bzw. den jugendlichen Leichtsinn, bis zum 3. Lebensjahr.

Geschichte

Der Old English Sheepdog ist eine der ältesten Hunderassen aus Großbritannien. Experten nehmen an, dass die Vorfahren des Old English Sheepdogs (Altenglischer Schäferhund) eine Mischung der europäischen Schäferhunde Owtcharka und Bergamasco mit den Schäferhunden von Großbritannien sind. Angesehen wird der Old English Sheepdogs heute als eine ursprüngliche britische Rasse. Oft wird er auch Bobtail genannt. Sein Einsatzgebiet lag hauptsächlich auf Weiden, zum Hüten von Schafen und Rindern oder zum treiben der Tiere zu den Märkten. Das lange, dichte und wasserabweisendes Fell befähigt den Bobtail seine Arbeit auch bei Wind, Regen oder sogar bei Schnee und Kälte nachzugehen.

Für seine Besitzer war der Old English Sheepdog allezeit ein treuer Begleiter. Man braucht in Großbritanien zum damaligen Zeitpunkt keine Steuern für einen Arbeitshund wie dem Old English Sheepdog zahlen. Der Hund wurde damals kupiert, dass heißt, ihnen wurde bei der Geburt die Rute abgeschnitten.

Ein möglicher Grund für das damalige Kupieren könnte die Steuererlassung gewesen sein. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden den Bauernhunden die Ruten kupiert, um sie als Arbeitshunde zu kennzeichnen und sie somit von der Steuer befreien zu lassen. Daraus leitet sich vermutlich auch sein Name „Bobtail“ ab. Die Deutsche Übersetzung dafür lautet „Stummelschwanz“.

Der Bobtail fällt überwiegend durch seine schiere Größe und einem üppigen Haarkleid auf. Im Jahre 1877 wurden erstmalig zwei Hunde im English Kennel Club registriert. Henry Arthur Tilley gilt als einer der Pioniere in der der Bobtail-Zucht und in diversen Fachbüchern wird auf Ihn und seinem Zwinger „Shepton“ aufmerksam gemacht. Mit seinem Zwinger präkte er über mehrere Jahrzehnte die Bobtailzucht.

1888 wurde in Großbritannien der erste Old English Scheepdog Club gegründet und wenig später ein erster Rassestandard festgelegt. Seit jener Zeit wird der Name „Old Englisch Sheepdog“ bzw. „Bobtail“ verwendet.

Pflege

Das Fell des Bobtails benötigt viel Pflege. Mindestens einmal pro Woche gründliches Bürsten, vor allem an jenen Stellen, wo sich leicht Filzstellen bilden, oder wo sich Dreck + Kletten festklemmen.

Während des Fellwechsels ist häufigeres Bürsten durchaus sinnvoll, da der „Bobbi“ gern jede Menge Haare verliert (aus denen man sich gleich einen zweiten Hund basteln könnte ;-) ).

Die Augen sollten frei von Fell gehalten werden, damit der Vierbeiner den Durchblick behält. Im Winter kann es sich bewähren, wenn man das Fell an den Fußsohlen, sowie zwischen den Zehen kürzt, damit sich keine Eisklumpen bilden, welche beim Laufen behindern und wehtun.

Von einer kompletten Scherung des Fells sollte dringend abgesehen werden. Da der Bobtail sowohl Unterwolle, als auch Deckhaar besitzt, läuft man durch eine Schur nämlich Gefahr, dass die Unterwolle deutlich schneller nachwächst und so das Deckhaar stellenweise oder sogar komplett verdrängt.

Stattdessen sollte man bei den „Bobbis“ auf Trimmen setzen. Dies kann bei einem Hundefrisör durchgeführt werden, oder man lässt es ich von Profis zeigen und macht es fortan selbst zuhause.

Äußerlichkeiten des Bobtails

Chrarakter

Intelligent, großes Anpassungsvermögen, lieb, sozial, wachsam, ungestüm, unkomplizierter Charakter, will mit "seiner Familie" zusammen sein.

Aufzucht und Erziehung

Diese Hunde müssen behutsam aber dennoch konsequent aufgezogen und erzogen werden. Eine gewisse Hundeerfahrung sollte beim Halter vorhanden sein. Vor allem aber: Geduld! Denn Bobtails neigen dazu, alles ein wenig ruhiger anzugehen und manche Kommandos erst einmal zu hinterfragen.

Auch Ruhe ist ein wichtiger Bestandteil in der Erziehung dieser Hunde, denn ein zu hartes Vorgehen nimmt der Bobtail oftmals „übel“. Da die Fellpflege ein sehr wichtiger Bereich seiner Haltung ist, sollte die Gewöhnung und positive Verknüpfung an Bürste und Co bereits im frühen Welpenalter stattfinden.

Verträglichkeit

Bobtails sind an sich verträglich (bei früher Sozialisierung) mit Hunden, Kindern und bei früher Gewöhnung auch mit Katzen und anderen Tieren. Lediglich ihr manchmal ungestümes Auftreten kann zu kleineren Missverständnissen bei Hundebegegnungen führen.

Bewegung

Diese Hunde haben einiges an Leibesertüchtigung nötig. Wenn man genügend Zeit hat, so werden ihn auch lange Spaziergänge in freier Natur mit Sicherheit nicht überfordern. Bobtails sind ganz wild auf Ballspiele, sie geben daher bei den verschiedenen Hundesportarten keine schlechte Figur ab.

Bobtail Porträt

FCI-Standard

FCI-Gruppe 1, Sektion 1 Schäferhunde,
Standard Nr. 16

Gehört zur Gruppe

1: Hüte- und Treibehunde

Ursprung

Großbritannien

Lebenserwartung

10 bis 12 Jahre

Alternative Namen

Old English Sheepdog (Bobtail), Altenglischer Schäferhund

Grösse

Rüden: 56 - 61 cm
Hündinnen: 51 - 56 cm

Gewicht

Rüden: 32 - 45 kg
Hündinnen: 27 - 36 kg

Aussehen

Ein großer, kompakter Hütehund mit auffälligem, langem Fell und charakteristischem leichtem, rollenden Gangbild.

Fell

Sehr dickes Doppelfell mit hartem, strubbeligem Deckhaar, das vom Körper absteht, und dicker, flauschiger Unterwolle.

Die Farben können alle Schattierungen von Grau, Blaugrau oder Graumeliert sein, gewöhnlich in Kombination mit Weiß an Kopf, Brist und Pfoten. Die Welpen werden dunkel geboren und erst allmählich heller.

Gesundheit

Auch wenn er an sich eher eine robuste Rasse ist, so blieb auch der Bobtail von Erbkrankheiten nicht verschont. Besonders HD (Hüftgelenksdysplasie) macht ihm zu schaffen.

Auch Grauer Star und andere Augenprobleme zählen zu den häufigsten typischen Erkrankungen.

Besitzer Brauchen

Geduld, um die oft ziemlich langsam reifende Rasse zu erziehe, und natürlich Ruhe. Denn der Bobtail mag keinen Stress.

Dieser Beitrag wurde am 28.12.2016 17:43 verfasst.

Geschrieben wurde der Beitrag von Patrick Pape

Zuletzt aktualisiert am 27.11.2017 19:21