Puli - ein guter Haushund

Pulis werden zu den Treibhunden gezählt und Ihre Aufgabe damals bestand darin, die Schaf-, Rinder- und Schweineherden der Hirten zu bewachen und sie beim Aufsuchen neuer Weideplätze beisammenzuhalten. Die anfänglichen Pulis waren eher magere, hochbeinige Hund mit hängenden oder auch aufrecht stehenden Ohren. Im gegensatz zu den heutigen Pulis war der Kopf länger und die Schnautze mehr zugespietzt.

Geschichte

Der Puli hat seinen Ursprung in Ungarn, Hunde dieses Aussehens waren über tausend Jahre wesentlicher Bestandteil des Lebens der Schäfer aus Ungarn. Erwähnenswerte Rückgänge in der Rasseentwicklung gab es sowohl durch die Eroberungen Ungarns durch die Osmanen im 16. Jahrhundert, als auch durch die Eroberungen durch die Habsburger, die den Ungarn die Zucht von eigenen Hunderassen verboten.

Erst nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 konnte die Zucht legal betrieben werden. Das heute noch geflügelte Wort, „ez nem kutya, hanem puli“ auf Deutsch „es ist kein Hund, es ist ein Puli“ drückt die Verbundenheit vieler Ungarn mit „ihrem“ Puli aus.

Der Name „Puli“ lässt sich in der Fach-Literatur schon seit 1751 nachweisen. Eine erste Beschreibung dieser ungarischer Hirtenhunden ließ der Arzt Ferenc Pápai Páriz anfertigen.

Es war in erster Linie der ungarische Forscher Prof. Dr. Emil Raitsits (galt als führender Kynologe in Ungarn, hatte er doch viele kynologische Abhandlungen verfasst), der die einzelnen Rassen genau beschrieben hat. Ab 1910 konnte, aufgrund der Beschreibung der einzelnen Rassen und deren Abrenzung, mit der Reinzucht begonnen werden.

Ein erster Standard für den Puli wurde ich Jahre 1915 aufgestellt und international anerkannt. Prof. Dr. Emil Raitsits genoss ein sehr hohes Ansehen unter den Hundezüchtern und viele wendeten sich ihm und seinem Zuchtbuche zu, was allerdings vom FCI nie anerkannt worden ist. Sein Zuchbuch verschwand nach dessem Selbstmord von der Bildfläche und die Standardrevision von 1955 reduzierte die zugelassenen Farben.

Der erste Puliswurf fiel am 20. Juni 1926 im Zwinger "vom Lechgau" beim führenden Puli-Züchter Clemens Schenk. An der Förderung der Pulis-Zucht war Schenk maßgeblich beteiligt.

Pflege

Es braucht ungefähr drei Jahre, bis sich das charakteristische Fell des Puli ausgebildet hat. Die zarte Unterwolle fällt nicht aus, sondern verfilzt mit den langen, groben Deckhaaren. Um dieses Verfilzen zu fördern, kann man die Haare zu Kordeln „scheuem".

Der Vorteil dieser Felltracht liegt darin, daß der Puli selten Haare verliert, als Nachteil sei erwähnt, daß sich natürlich unglaublich viele Dinge in diesen Schnüren verfangen können. Waschen sollte man seinen Puli vorwiegend im Sommer, denn das Trocknen nach dem Bad braucht verständlicherweise viel Zeit.

Charakter

Intelligent und lemwillig, charaktervoll, lebendig, guter Wachhund, seinem Besitzer treu ergeben. Die Hunde passen sich gut an, bleiben aber dennoch unabhängig. Einem Puli entgeht nur sehr wenig.

Äußerlichkeiten des Pulis

Kopf

Kompakt und kräftig, mit einer starken, tiefen Schnauze. Die Nase ist immer schwarz, unabhängig von der Fellfarbe.

Rücken

Breit, mit gerader oberen Profillinie zwischen Halsansatz und Schwanz.

Hinterläufe

Muskulös und gut gebaut - der Puli ist ein hervorragender Springer.

Schwanz

Kringelt sich über dem Rücken und ist mit dichten Schnüren und Zotteln besetzt.

Aufzucht und Erziehung

Die Rasse muß sehr konsequent erzogen werden, das gilt vor allem für das erste Lebensjahr. Pulis halten im allgemeinen nicht viel von Training, man sollte daher die Übungen abwechslungsreich gestalten und dem Hund zwischendurch immer die Möglichkeit zum Spielen bieten, dann lernt er recht flott.

Verträglichkeit

Pulis gehen normalerweise gut mit Artgenossen und anderen Haustieren um. Sie verstehen sich in der Regel auch hervorragend mit Kindern. Der Puli besitzt die Neigung, sich an eine Person aus der Familie ganz besonders zu „hängen".

Bewegung

Der Puli ist in seinem Element, wenn er toben und spielen kann - und in seinem typischen Fell bietet er dabei einen tollen Anblick. Man kann mit dem Hund auch in einen Behendigkeits- oder Fly-ball-Kursus gehen. In diesen Hundesportbereichen gibt die Rasse wirklich keine schlechte Figur ab.

Puli Porträt

FCI-Standard

FCI-Gruppe 1
Sektion 1: Schäferhunde
Standard Nr. 55

Gehört zur Gruppe

1: Hütehunde und Treibhunde

Ursprung

Ungarn

Lebenserwartung

12 bis 16 Jahre

Veranlagung / Typ

Hütehund und Famihenhund

Grösse

Widerristhöhe Rüden: 41–43 cm
Widerristhöhe Hündinnen: 38–40 cm

Gewicht

Rüden: 13–15 kg
Hündinnen: 10–13 kg

Aussehen

Muskulöser, kompakter Hütehund, der unter einem dicken Fell mit Zotteln und Schnüren (kordelartig verdrehte Haarsträhnen) fast verschwindet.

Fell

Die Schnüre sind natürlich und sollten den ganzen Hund bedecken. Einfarbiges Schwarz oder Schwarzbraun sind die häufigsten Farben; es gibt den Puli aber auch in Hell- und Dunkelgrau sowei in Weiß.

Gesundheit

Der Puli kennt nur wenige Erblasten. Es kommen aber Fälle von Hüftdysplasie und grauen Star vor.

Besitzer brauchen

Eine Menge Energie für ein hohes Maß an Bewegung und Zeit, um diesen selbständigen Arbeitshund zu sozialisieren.

Dieser Beitrag wurde am 12.10.2017 23:10 verfasst.

Zuletzt aktualisiert am 20.10.2017 00:25