Samojeden - beliebte Schlittenhunde

Samojeden waren beliebte Schlittenhunde bei vielen Polarexpeditionen, obwohl die Rasse nicht so kräftig ist wie andere Hunde, die speziell dafür gezüchtet wurden.

Dieses Multitalent unter den Arbeitshunden lebte (ungewöhnlich) nahe bei seiner Familie und schlief sogar nachts bei den Menschen, denn sein wärmendes Fell wurde bei Minusgraden hoch geschätzt.

Er gilt als eine der ältesten Hunderassen, Tests haben ergeben, dass sich der heutige Samojede in 3 000 Jahren kaum verändert hat. Er wurde nie übermäßig nachgefragt, sodass sich keine Überzüchtung einstellen konnte. Er hatte aber immer einen festen Liebhaberkreis; seine Fans gründeten auch einen der ersten Zuchtvereine in England.

Diese Hunde haben einige sehr untypische Eigenschaften: Sie riechen nicht nach Hund, was sie bei geruchsempfindlichen Besitzern attraktiv macht.

Sie pflegen sich - ähnlich wie Katzen - selbst. Der Fellwechsel erfolgt zweimal im Jahr, nur dann brauchen sie professionelle Pflege. Eine andere liebenswerte Eigenschaft ist, dass der Hund „lächelt", wenn er entspannt ist, was ihm ein sehr menschliches Aussehen verleiht.

Samojeden sind gute und freundliche Familienhunde, brav mit Kindern, lebhaft und verspielt, obwohl das von Hund zu Hund variiert. Sie sind keine guten Wachhunde, weil sie zu freundlich und zutraulich sind, um bei Fremden Alarm zu schlagen. Allerdings ist der Samojede ein Hund mit großen Auslaufansprüchen; Besitzer sollten daher jung und fit sein. In kühleren Regionen kann er ein begeisteter Joggingpartner sein.

Erscheinungsbild

Der wendige und muskulöse, nicht allzu lange Körper trägt einen kräftigen Kopf, der sich zum meist schwarzen Nasenspiegel hin keilförmig verjüngt. Die mandelförmigen, schrägen Augen liegen eher weit auseinander, wobei ihre Farbe von Nussbraun bis Dunkelbraun reichen kann.

Ein dichtes Fell überzieht die aufrecht stehenden, seitlich angesetzten Ohren. Die überaus buschige Rute wird über dem Rücken getragen. Ist der Hund wachsam, so hält er sie jedoch seitlich.

Pflege

Ein Samojede sollte nicht zu oft gebürstet werden, da die Unterwolle dadurch beschädigt werden könnte. Liegen zu viele lose Haare im Haus herum, kann man das Unterfell mit einem groben Kamm mit doppelreihigen Metallzinken vorsichtig auskämmen.

Chrarakter

Der Samojede ist ein Hund voller Gegensätze. Er ist freundlich und fröhlich, intelligent und relativ gehorsam, aber nicht „sklavisch ergeben" und bisweilen auch ausgesprochen dickköpfig, gefühlvoll und sanft, aber auch dominant und wachsam, anhänglich aber nicht „aufdringlich". Der Samojede ist sehr ausdauernd und bleibt bis ins hohe Alter verspielt. Er zeichnet sich durch seine besondere Freundlichkeit aus, auch fremden Eindringlingen gegenüber.

Sein Äußeres trügt also nicht: Das characteristische scheinbare Lächeln des Samojeden, hervorgerufen durch die Mundwinkel leicht gerundeten Lefzen, scheint dem wahren Charakter dieser Rasse zu entsprechen. Der Samojede ist ein ruhiges Tier mit einem guten, meist heiteren Charakter, das such von natur aus zu Menschen hingezogen fühlt.

Der Samojede ist folglich der ideale Freund, aber man darf von ihm nicht erwarten, dass er verlässliche Wache hält.

Aufzucht und Erziehung

Die Erziehung eines Samojeden ist eine langwierige Aufgabe, mit der man schon beim ganz jungen Hund beginnen sollte.

Die Lektionen sollten abwechslungsreich abgehalten werden, denn ständig wiederkehrende Kommandos erwecken beim Samojeden den gegenteiligen Effekt - seine Sturheit kommt zum Vorschein. Ebenfalls in früher Jugend sollten die Hunde gegebenenfalls an Katzen oder andere Haustiere gewöhnt werden. Dann aber hat man viel Freude an diesem Hund - das charakteristische „Lächeln" der Samojeden demonstriert sein freundliches Wesen.

Haltung

Der Samojede ist von Natur aus anspruchslos, stellt aber als Familienhund von heute einige Ansprüche: er braucht viel Bewegung und Beschäftigung, möchte am liebsten bei Schlittenrennen mitmachen und fühlt sich im Freien viel wohler als in der der geheizten Wohnung. Außerdem ist sein herrliches weißes Haarkleid sehr pflegeintensiv.

Verträglichkeit

Die Hunde sind sanftmütig und mit Kindern ausgesprochen geduldig, gegenüber Artgenossen können sie sich allerdings bisweilen etwas dominant geben. Man darf nie vergessen, daß ein Samojede auch ein Jagdhund ist - er jagt allem nach, das sich bewegt. Daher ist eine Sozialisation mit Katzen und Haustieren äußerst wichtig. Der Hund ist außerdem recht wachsam.

Bewegung

Ein Samojede braucht viel Bewegung. Man sollte viel mit ihm wandern und ihn - sobald er ausgewachsen ist - regelmäßig neben dem Fahrrad laufen lassen, um ihn bei guter Kondition zu halten. Die Hunde sind von Natur aus Streuner, man sollte den Garten also gut umzäunen.

Geschichte

Der Samojede wurde benannt nach dem nordsibirischen Normadenvolk der Samojeden, die solche arbeitsfreudigen und genügsamen Polarspitze über Jahrhunderte hinweg als Rentierhüter und Schlittenhunde züchteten. Dabei blieben die typischen Merkmale der Hunde weitgehend rein erhalten.

Die Hunde wurden wegen ihrer Ausdauer und Zähigkeit bei der Arbeit bekannt und nahmen an den Polarexpeditionen der ersten europäischen Forscher teil. Ursprüglich gab es eine Vielzahl von verschiedenen Fellfarben (Schwarz, Weiß und Schwarz, Schwarz und Hellbraun), mit der Zeit setzte sich aber die schneeweiße Farbe durch.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts machten Pelzhändler mit den herrlich weißen Fellen großen Provit und brachten einige Exemplare dieser Rasse nach Europa. Dort wurden diesen Tieren dann aber glücklicherweise ein besseres Schicksal zuteil.

Samojede Portät

FCI-Standard

FCI-Gruppe 5,
Sektion 1: Nordische Schlittenhunde,
Standard Nr. 212

Gehört zur Gruppe

5: Spitze und Hunde vom Urtyp

Ursprung

Russland

Lebenserwartung

12 bis 13 Jahre

Alternative Namen

Samoiedskaia Sabaka

Grösse

Rüden: 53 - 60 cm
Hündinnen: 48 - 53 cm

Gewicht

Rüden: 20 - 30 kg
Hündinnen: 16 - 20 kg

Aussehen

Ein großer, eleganter, spitzartiger Hund mit prächtigem weißem Fell, ausgewogener Figur und dick behaartem Schwanz.

Farben

Weiß, Creme, Weiβ mit Bisquit

Fell

Dickes zweilagiges Fell, wobei die Unterwolle weich, dicht und anliegend ist, das Deckhaar dicht, gerade und vom Körper abstehend. Die Farben sind Milchweiß oder Creme; auch ein dunkler Biskuitton kommt vor; weiße Hunde haben manchmal cremefarbene Abzeichen.

Augen

Liebevoll und lebhaft im Ausdruck, dunkel und stark mandelförmig. Sie liegen tief und sind sunkel umrandet.

Kopf

Keilförmig; breit zwischen den Ohren. Die Nase ist schwarz, kann aber auch leberfarben oder hellbraun sein. Die Lefzen verlaufen nach außen aufwärts; zusammen mit den markanten Lippenrändern ergibt sich ein "Lächeln", das für den Samojeden typisch ist.

Ohren

Mittelgroße Spitzohren, sehr aufrecht getragen; sie sitzen in weitem Abstand ganz oben auf dem Kopf. Wunderhübscher Fellbesatz innen und außen.

Schwanz

Dick befedert; wird über den Rücken gebogen getragen. In der Ruhestellung hängt der Schwanz gerade herab.

Pfoten

Groß und lang; die beiden mittleren Zehen sind länger als die anderen (sog. "Hasenfuß"). Dicke, kräftige Ballen mit Haaren zwischen den Zehen geben dem Hund starke und wetterfeste Füße.

Gesundheit

Genereil gut, aber leichte Neigung zu Augenproblemen und Hüftdyspiasie. Samojeden können auch an einer rassespezifischen Nierenkrankheit (hereditäre Glomerulopathie) leiden. Würfe, die davon befallen sind, dürfen nicht für die Zucht verwendet werden. Beim Welpenkauf deshalb sorgfältig die Zuchtpapiere prüfen!

Besitzer Brauchen ...

selbst fit genug sein, um den Auslauf-, Pflege- und Trainingsbedürfnissen des Hundes gerecht zu werden.

Geeignet für

Anfänger

Dieser Beitrag wurde am 18.02.2017 20:07 verfasst.

Geschrieben wurde der Beitrag von Patrick Pape

Zuletzt aktualisiert am 02.04.2018 13:12