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Australian Cattle Dog - Rassenportrait

Das Leben in Austaliens Outback erfordert einen extrem widerstandfähigen und unermüdlichen Hund. Die ersten Hütehunde, die von Siedlern mitgebracht wurden, waren von dem harten Klima und den weiten Strecken, die sie zurücklegen mussten, überfordert.

Um einen Hund zu "kreieren", der für diesen Job taugte, experimentierten die Rancher mit einer Reihe von Rassen. Der Australian Cattle Dog entstand aus einem gemischten Erbe, das den (heute ausgestorbenen) Smithfield Heeler, den Bullterrier, den Kelpie, den Dalmatiner und den australischen Windhund, den Dingo, mit eischließt.

Heeler - Australian Cattle Dog
Quelle: pixabay.com

Dieser Schmelztiegel von Rassen brachte einen fähigen Hund hervor, der für die Arbeit zu leben scheint. Ein Rassestandard wurde bereits 1893 aufgezeichnet. Offiziell wurde der Hund 1903 registriert, aber es dauerte weitere 80 Jahre, um ihn außerhalb bekannt zu machen.

Fans dieser Rasse rühmen seine hohe Intelligenz und seine Lernbereitschaft. Diese Qualitäten machen den Australian Cattle Dog zwar zu einem außergewöhnlichen Arbeitshund, aber auch zu einem fordernden Haustier.

Wie der Border Collie, braucht der Australian Cattle Dog jede Menge Auslauf und mentale Reize: Er liebt die Arbeit. Was diese "Arbeit" ist, hängt vom Besitzer ab. Ob er den Hund mit Agility- oder Gehorsamkeitsübungen beschäftigt oder ihm einfach eine Reihe von komplizierten Spielen beibringt - der Australian Cattle Dog wird alles leicht und begeistert lernen.

Ein Haushund dieser Rasse ist in der Regel ein typischer Einpersonenhund, aber auch seiner Familie sehr zugetan. Er ist Fremden gegenüber zurückhaltend und muss bereits als Welpe dazu erzogen werden, neue Menschen und andere Hunde zu akzeptieren.

Erscheinungsbild

Es handelt sich hier um einen robusten, kräftigen und muskulösen Hund mit wohl proportionierten Kopf, gut ausgebildetem Stop und schwarzem Nasenspiel.

Die dunkelbraunen Augen zeigen Fremden gegenüber das typische Misstrauen. Die Ohren sind aufrecht und leicht spitz. Das Fell ist glatt mit einer kurzen und dichten Unterwolle und eher kurzen, dichten, drahtigen und eng anliegenden Haaren.

Die Färbung variiert zwischen Blau - auch mit schwarzen oder braunen Abzeichen - und Rot mit schwarzen Abzeichen auf dem Kopf. Seine Rute, die ungefähr bis zu den Sprunggelenken reicht, verfügt über einen tiefen Ansatz. Beim ruhenden Tier hängt sie, während sie in der Bewegung leicht angehoben wird.

Pflege

Das Fell des Australian Cattle Dog hat wenig Pflege nötig. Es ist wohltuend für den Hund, wenn man ihn ab und zu einmal bürstet, wobei man die alten Haare entfernt.

Charakter

Der Australian Cattle Dog ist sehr intelligent und arbeitsfreudig, ausgeglichen, bellt wenig, ist sehr treu, mutig, gehorsam, wachsam, optimistisch und aktiv. Seine Fähigkeiten lassen sich auf seinen Ursprung und seinem anfänglichen Verwendungszweck zurück führen. Bei einer guten Erziehung tendiert der Australian Cattle Dog nicht zum Jagen oder Kläffen, immer wachsam, allerdings nie nervös oder aggressiv.

Der Australian Cattle Dog ist sehr intelligent und arbeitsfreudig
Quelle: pixabay.com

Der Australian Cattle Dog ist ein konzentrierter und aufgewäckter Hund und tritt stets unerschrocken auf. Aufgrund seines vererbten Schutzriebes beschützt er Haus, Hof und Familie, ebenso wie die ihm anvertraute Viehherde. Unbekannten gegenüber zeigt er ein natürliches Misstrauen, ist aber dennoch ein umgänglicher, gelehriger Hund.

Aufzucht und Erziehung

Der Australian Cattle Dog ist ein sehr intelligenter Hund, der schnell lernt und gerne arbeitet. Die Erziehung dieser Hunde fällt also leicht. Wenn man nicht ausreichend mit dem Hund arbeitet, so wird er unzufrieden.

Behendigkeit gehört zu den passenden Sportarten, es können aber auch Fly-ball oder andere Spiele sein. Solange man sich intensiv mit dem Hund beschäftigt, wird er sehr ausgeglichen bleiben. Ein Australian Cattle Dog, der sich langweilt, wird schnell lästig. Er macht sich dann nämlich auf eigene Faust auf die Suche nach Arbeit, was nicht unbedingt gutgehen muss.

Verträglichkeit

Die Rasse verhält sich vorbildlich zu Artgenossen, anderen Haustieren oder Kindern. Voraussetzung für ein solches Verhalten ist natürlich, daß die Hunde gut sozialisiert und eingewöhnt werden.

Bewegung

Die Tiere der Rassengruppe, zu der auch der Australian Cattle Dog gehört, haben viel Bewegung und Beschäftigung nötig, um ihren Körper in guter Form zu halten. Wenn man also einen Schoßhund sucht, mit dem man nicht viel tun muss, so ist dieser Hund die falsche Wahl.

Besonderheiten

Die Welpen dieser Rasse werden weiß geboren, Flecken auf den Pfoten geben aber einen Hinweis auf die später zu erwartende Fellfärbung.

Geschichte

Die Australier bezeichnen ihren Cattle Dog voller Hochachtung und Bewunderung als "des Mannes bester Freund im Busch". Der Australian Cattle Dog besitzt einen besonderen Platz in den Herzen der Australier. Der Hund aus Australien hat viele Namen und Gesichter. Er ist unter den Namen Australian Heeler, Blue oder Red Heeler, aber auch Halls Heeler oder Queensland Heeler bekannt. Australian Cattle Dog ist sein offizieller Name.

Die Geschichte des Australian Cattle Dog ist eng verknüpft mit der Geschichte von Australien und seiner Eroberer. In den Gebieten um die heutige Metropole Sydney siedelten sich die ersten Einwanderer an. Unter anderem brachten die Einwanderer auch das Vieh und die dazugehörigen Viehhunde aus ihrer Heimat (überwiegend England) mit.

Die importierten Hunde verrichteten ihre Arbeit, auch wenn das australische Klima den Hunden zusetzte, zunächst zufriedenstellend. Erst als die Siedler begannen sich nördlich von Sydney über das Hunter Valley und südwärts in den Illawarra District auszudehnen, traten ernsthafte Komplikationen auf.

Die Entdeckung eines Passübergangs in der Great Dividing Range im Jahre 1813 hatte zur Folge, dass unermessliche Weidegebiete im Westen erschlossen worden. Da eine Farm sogar tausende Quadratkilometern umfassen konnte, bot sich hier eine ganz andere Viehhaltung an.

Es gab keine umzäunten Grenzen und die Rinder wurden anders als bislang einfach dort ausgesetzt und ganz anders als bisher wurden die Rinder sozusagen ausgesetzt und sich selbst überlassen. Dadurch verwilderten die Herden zunehmend und verloren ihre Vertrautheit mit dem Menschen. Die Hund waren eher zahme Tiere, die auf engem Raum in gut eingezäunten Weiden lebten, gewohnt zu treiben. Dies änderte sich.

Der als "Smithfields" oder "Black-Bob-Tail" bezeichnetet Hund aus England wurde von den ersten Viehtreiber Australiens für ihre Arbeit an der Herde verwendet. Diese Hunde kamen mit dem Klima nicht so gut zurecht, bellten viel und waren mit ihrem schwerfälligen Gang langsam auf den Beinen. Smithfields waren eine der ersten Hunde, die die Rancher zum Viehtreiben benutzten. Allerdings kamen sie auch mit dem Gelände des Australischen Down Unders nicht immer zurecht.

Timmins Heeler Hunde

John (Jack) Timmins (1816 - 1911) kreuzte seine Smithfields mit dem Dingo (dem australischen Wildhund). Die Überlegung war, sich die Eigenschaften des Dingos, ein äußerst geschickter, mutiger, zäher und seiner Umwelt optimal angepasster Jäger, zu Nutze zu machen. Damit die Siedler, die weiten Flächen Australien für die Rinderzucht nutzen konnten, mussten sie einen geeigneten Hund züchten, der ausdauernd und klimabeständig war und stumm arbeitete.

Man nannte die aus dieser Kreuzung resultierenden Hunde Timmins Heeler. Sie waren die ersten Australian Cattle Dogs, sehr agile und dabei doch ruhige Treiber. Diese Kreuzung konnte sich aber, aufgrund ihrer Eigensinnigekeit, nicht auf Dauer durchsetzten und verschwanden nach einiger Zeit wieder.

Hall's Heeler

Der junge Großgrundbesitzer und Rinderzüchter Thomas Simpson Hall (1808–1870) importierte 1840 zwei blue-merle-farbene Kurzhaarcollies aus Schottland in New South Wales. Er erziehlte gute Erfolge durch die Kreuzung der Nachkommen dieser beiden Hunde mit einem Dingo.

Man nannte die aus dieser Kreuzung resultierenden Hunde Hall's Heeler. Die Collie-Dingo-Mischlinge arbeiteten schon wesentlich besser mit den Rindern. Diese Hund waren sehr begehrt, da Sie einen großen Fortschritt, zu allem was vorher als Treibhunde in Australien eingesetzt wurde, darstellten. Berechtigterweise war die Nachrfrage nach Welpen groß.

Die Brüder Jack und Harry Bagust versuchten durch weitere Kreuzugen, die Hunde noch zu verbessern. Vorerst kreuzten sie einen Dalmatiner ein, um die Zuneigung zum Menschen zu erhöhen. Zusätzlich verwendeten sie Black and Tan Kelpies.

Diese australischen Schafhunde brachten noch mehr Arbeitseifer in die Rasse, was ihrem Verwendungszweck zugute kam. Das Ergebnis war ein aktiver kompakter Hund vom etwas schweren Dingo-Typ. Nach der Verwendung der Kelpies wurde keine weitere Einkreuzung vorgenommen.

Der Australian Cattle Dog entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zur wichtigsten Treibhunderasse Australiens. Erstmalig auf Ausstellungen war 1897 die blaue Varietät (blue merle). Der Züchter Robert Kaleski stellte 1903 den ersten Rassestandard auf. Erst 1979 wurde der Australian Cattle Dog Vom fci anerkannt.

Steckbrief Australian Cattle Dog

FCI-Standard

FCI-Gruppe 1
Sektion 2: Treibhunde
Standard Nr. 287

Gehört zur Gruppe

1: Hütehunde und Treibhunde

Ursprung

Australien

Lebenserwartung

13 bis 15 Jahre

Alternative Namen

Australischer Treibhund, (Australischer) Heeler, Blue Heeler, Hall's Heeler, Queensland Heeler

Veranlagung / Typ

Treibhund und Familienhund

Größe

Widerristhöhe Rüden: 46 - 51 cm
Widerristhöhe Hündinnen: 43 - 48 cm

Gewicht

Rüden: 15 - 16 kg
Hündinnen: 4 - 16 kg

Aussehen

Der Australian Cattle Dog ist ein gut gebauter, stämmiger Hütehund, der noch leicht genug ist, um wendig in der Bewegung zu sein. Er hat einen lebhaften, intelligenten Ausdruck.

Fell

Kurzes, dichtes, Wasser abweisendes Doppelfell; das Deckhaar liegt eng am Körper an und ist um den Hals, hiner den Beinen und an der Unterseite des Körpers etwas länger.

Die Farben sind rot (gesprenkelt) oder blaugrau (entweder einfarbig, fleckig oder gesprenkelt), manchmal mit hellbraunen oder schwarzen Abzeichen.

Kopf

Wohlgeformt mit sichtbaren Muskelspiel um die Wangen. Spitzt sich zu einem kraftvollen Kiefer und zur Schnauze zu. Die Nase ist groß und Schwarz.

Augen

Oval und gerade im Gesicht stehend. Sie sind immer dunkelbraun und haben den für diese Rasse typischen, wachsamen Ausdruck.

Ohren

Mittelgroß, innen und außen gut beharrt, dreieckig und weit auseinander stehend; sie zeigen leicht nach außen.

Rückenlinie

Gerade und horizontal verläuft sie vom gut entwickelten, muskulösen Hals bis zur Lende, danach in saften Bogen abwärts zum Schwanzansatz.

Beine

Vorder- und Hinterbeine haben starke Knochen und sind muskulös, aber nicht zu klobig odr schwer; sie wirken sehr beweglich und kräftig.

Schwanz

Buschig und ziemlich lang, tief angesetzt und in Ruhe hängend getragen, bei Erregung und in Bewegung etwas höher.

Pfoten

Rund mit kurzen, kräftigen Zehen und dicken, gegen Dornen unempfindlichen Ballen.

Sa­lu­b­ri­tät

Kräftig und robust. Trotzdem kann der Australian Cattle Dog bisweilen an Hüftdysplasie und Augenleiden erkranken.

Besitzer brauchen

Hingabe und Energie, um diesen eigenwilligen Hund zu erziehen und zu trainieren, sowie den Einfallsreichtum, ihn mental ausreichend zu beschäftigen.

Dieser Beitrag wurde am 27.10.2017 00:49 verfasst.

Zuletzt aktualisiert am 29.05.2018 21:44