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Hundebandwürmer

Der dreigliedrige Hundebandwurm (Echinococcus granulosus), oft einfach nur als „Hundebandwurm“ bezeichnet, gehört zu den seltener bei Hunden, Wölfen, Füchsen und anderen Hundeartigen sowie Katzen und im Dachs auftretenden Bandwürmern.

Hundebandwürmer - Aussehen

Hundebandwürmer sind ca. 3-6 mm lang und haben nur 3-4 Proglottiden (Bandwurmglieder). Der Hundebandwurm besteht aus einem Kopf (Skolex) mit 4 Saugnäpfen und den besagten Proglottiden (Bandwurmglieder). Auf dem Kopf residiert ein Hakenkranz (Rostellum), der dem Bandwurm zur Verankerung dient. Mit diesem Zahnkranz bohrt sich ein Hundebandwurm in die Darmwand und nährt sich von Blut.

Verbreitung

Der Hundebandwurm ist weltweit verbreitet. Der Erreger kommt in Europa vor allem in Mittelmeerländern (besonders hohe Zahlen für Sardinien, Griechenland) und auf dem Balkan vor. In Deutschland sind Infektionen vorwiegend aufgrund von Reisetätigkeit und Migration importiert.

Durch die Beurteilung ob das Fleisch für den Menschen zum Genuss tauglich ist und aufgrund der sachgerechte Entsorgung von Schlachtabfällen existiert in Deutschland fast keine hier erworbenen Erkrankungen mit dem Hundebandwurm (Echinococcus granulosus). Bandwürmer lassen sich in der Regel im Dünndarm von Hunden, Welpen und andere Haustiere nieder.

Entwicklungszyklus von Bandwürmern

Bandwürmer weisen einen oder mehrere Zwischenwirte (Schafe, Rinder, Schweine, Pferde, usw.) und einen Endwirt (Hund) auf, der die Bandwurmeier über den Kot ausscheidet. Der Zwischenwirt, auch der Mensch kann als dieser dienen, infiziert sich durch die orale Aufnahme der Eier. Der Mensch kann sich durch den Verzehr von kontaminierten Pilzen oder Waldbeeren infizieren. Die Symptome beim Menschen als Fehlwirt sind Oberbauchschmerzen bei einem Leberbefall oder Atembeschwerden bei einem Befall der Lunge.

Der gewöhnliche Zwischenwirt ist allerdings zu finden unter den Schafen, Rinder, Schweinen, Pferden und anderen Pflanzenfressern, die die Wurmeier mit dem Kot von Hunden, also über kontaminiertes Futter, aufnehmen. Als natürliche Endwirt fungiert in der Regel der Haushund (Canis lupus familiaris). Man trifft ihm aber auch bei anderen Fleischfressern (Carnivoren) wie Wölfen, Füchsen oder Katzen an.

Bandwürmer haben so ca. eine Lebenserwartung von 6 Monaten. Während dieser Zeit stoßen Sie am unteren Ende mit Eiern gefüllte Glieder ab. Gelangen ihre Eier in den Körper des Hundes, können sie sich dort zu Larven (Finnen) weiterentwickeln und eine Erkrankung auslösen: die sogenannte Echinokokkose, die zu Zysten (Hydatidenzysten) und Blasen in den inneren Organen führen kann.

Die Hydatiden sind zusätzlich von einer Kapsel aus derbem Bindegewebe umgeben. In dieser Bruthöhle wachsen weitere Bläschen heran (Knospen), die bereits Kopfstrukturen des Bandwurms enthalten und stark infektiös sind. Bei einer Echinococcus-Infektion verschaffen sich die Eier des Hundebandwurms Zutritt in den Magen.

Mittels der Magensäure werden anfänglich Larven, die man auch Finnen (Hydatiden) nennt, freigesetzt, die im Anschluss die Dünndarm-Wand durchdringen. So gelangen sie in das Blut und darüber dann in die unterschiedlichen Organe. Am häufigsten befallen die Larven bzw. die Finnen des Hundebandwurms die Leber (ca. 70 Prozent), teilweise aber auch die Lunge (ca. 20 Prozent). Seltener sind das Bauchfell (Peritoneum),Rippenfell (Pleura), Milz, Nieren, Muskulatur, Knochen und ZNS betroffen.

Vorbeugende Maßnahmen

Schlachtabfälle oder rohes Fleisch, die als Hunde- oder Katzenfutter vorgesehen sind, sollten durchgekocht werden, um die eventuell darin enthaltenen Hundebandwurmlarven abzutöten. Gesammelte Waldfrüchte und Pilze, aber auch die eigene Ernte aus dem Garten sollte man intensiv waschen, besser aber genügend erhitzen, um gegebenenfalls darin enthaltene Hundebandwurmeier abzutöten.

Dieser Beitrag wurde am 04.05.2017 21:29 verfasst.

Zuletzt aktualisiert am 08.10.2017 15:11