Staupe beim Hund

In diesem Artikel erfahren Sie noch mehr detaillierte Informationen über die Staupe-Erkrankung beim Hund.

Definition

Die Staupe (canine distemper) ist eine hochansteckende virale Erkrankung des Hundes. Sie betrifft jedoch auch andere Tiere, wie zum Beispiel Wölfe, Füchse, Waschbären, Otter, Frettchen oder Marder.

Hunde welchem Alters sind gefährdet?

Generell sind Tiere jeden Alters gefährdet. Besonders häufig erkranken jedoch junge Hunde im Alter von drei bis sechs Monaten, da sie zum einen sehr neugierig sind und noch in der „oralen Phase“ stecken, in der sie alles Mögliche ins Maul nehmen und auch fressen. Aber auch weil ihr Immunsystem im wahrsten Sinne des Wortes noch „in den Kinderschuhen“ steckt und mit aggressiven Erregern wie den Staupe-Viren nicht fertig wird.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt durch alle Sekrete wie Speichel, Tränenflüssigkeit oder Nasensekret und alle Exkrementen wie Kot und Urin (Tröpfcheninfektion). Eine weitere Form der Übertragung ist die Infektion der Welpen vor der Geburt durch die Mutterhündin. Allein durch das intensive Schnüffeln an Ausscheidungen infizierter Tiere kann sich Ihr Hund anstecken.

Wie lange kann dar Canine Staupevirus überleben?

Das Virus kann – je nach Bedingungen – einige Tage in der Außenwelt überleben. Während er gegenüber Trocknung und Kälte recht resistent ist, wird er von allen gängigen Desinfektionsmitteln, der UV-Strahlung der Sonne oder dem pH-Wert des Bodens sehr schnell inaktiviert.

Welche Symptomen treten auf?

Zunächst tritt beim Hund hohes Fieber (um die 40°C) auf. Zugleich ist der Hund apatisch und verweigert vielfach das Fressen. Es gibt im weiteren Verlauf 3 Formen der Symtome.

  • Atemwegsverlaufsform

    Kennzeichen sind wässrig eitriger Ausfluss aus Augen und Nase, starke Entzündung des Rachens, der Luftröhre, der Lunge und der Bronchien, starker und feucht-rasselnde Husten.

  • Magen-Darm-Trakt-Form

    Diese Form ist durch heftige Durchfälle und Erbrechen gekennzeichnet.

  • Nervöse Form

    Kennzeichen sind Krämpfe, Schwäche in den Gliedmaßen, Einschränkungen in den Sinnesorganen (Augen und Ohren) und teilweise heftige Speichelbildung. Die Nervöse Form bildet oft auch nach der Ausheilung bleibende Schäden wie z.B. Krampfanfälle verschiedener Ausprägungen.

  • Haut

    Weitere seltenere Verlaufsformen der Staupe können die Haut und die verhornten Hautstellen befallen. Hier kommt es meist zu eitrigen Ausschlägen am Bauch und an den Ohren. Eine Sonderform stellt die selten auftretende Hartballenkrankheit (hard pad disease) dar. Als Spätfolge einer Staupe-Infektion kann eine Hyperkeratose (übermäßige Hornhautbildung) an den Ballen auftreten. Die Hornhaut wird brüchig und weist tiefe Furchen und Risse auf.

Was ist zu beachten bei der Magen-Darm-Trakt-Form ?

Sie sollten als Besitzer darauf achten, dass Ihr Hund genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, die meist in Form von Infusionen verabreicht werden muss, damit der Patient nicht austrocknet.

Was ist ein Staupegebiss?

Wenn die Staupe in den ersten 12 Lebenswochen eines Welpens auftritt, verursacht sie massive Schmelzdefekte an den Zähnen. Diese Veränderung wird auch als Staupegebiss bezeichnet. Es kommt dabei zum Absterben der Zellen, die den Zahnschmelz bilden und somit zu einer fehlenden Bildung von Zahnschmelz. Zahntherapeutische Maßnahmen, z.B. eine regelmäßige Fluoridierung durch den Tierarzt, können einen schnellen Zahnverfall verlangsamen.

Kann mein Welpe nach der 12 Lebendwoche noch ein Staupegebiss bekommen?

Nach der 12. Lebenswoche auftretende Staupefälle haben keinen Einfluss mehr auf das Gebiss, da die Schmelzbindung bereits beendet ist.

Wie wird die Staupe diagnostiziert?

Die Diagnose stellt in aller Regel ein Tierarzt nachdem er den Hund gründlich untersucht und sich alle Beschwerden angehört hat. Zu beginn stellt der Tierarzt eine Verdachtsdiagnose, die im Anschluss durch einen Abstrich der Schleimhäute und deren Untersuchung im Labor gesichert werden muss. Ist der Staupe-Virus nachgewiesen folgt darauf die Behandlung.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Behandlung der Staupe kann sich wie bei allen Viruserkrankungen, nur gegen die jeweiligen Symptome richten (symptomatische Therapie). Auch auf dem Markt befindliche Immunseren und die darin enhaltenen Antikörper haben meist nur einen unzureichenden Erfolg. Wichtig ist vor allem die Gabe von Flüssigkeit. Dies erfolgt in der Regel über Infusionen. Eine Antibiotikagabe über teils mehrere Wochen hinweg sorgt dafür, dass keine Sekundärinfektion auftritt. Jedoch schwächt diese auch das Immunsystem, weswegen parallel ein Darmaufbau mit geeigneten Probiotika sinnvoll ist.

Darüber hinaus werden Maßnahmen zur unspezifischen Steigerung des Immunsystms durchgeführt. Die erkrankten Hunde benötigen eine umfassende Versorgung und Pflege unter Einhaltung aller notwendigen Hygienemaßnahmen. Zusätzlich ist es bei der Staupe sinnvoll, die Nase des Hundes regelmäßig von Sekret zu befreien.

Heilungschancen

Für Hunde mit Nervenstaupe gibt es in der Regel keine Rettung. Die Überlebensrate bei den anderen Krankheitsformen richtet sich nach der Schwere des Verlaufs.

Vorbeugung

Die einzige bisher bekannte Vorbeugungsmaßnahme besteht aus der Impfung des Hundes. Welpen sollten mit etwa 12 Wochen das erste Mal geimpft werden. Eine Auffrischungsimpfung nach 4 Wochen wird empfohlen.

Gewinnspiel

Dieser Beitrag wurde am 12.08.2018 14:55 verfasst.

Zuletzt aktualisiert am 09.09.2018 16:13