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Juckreiz ernst nehmen

Obwohl viele Hundebesitzer bei Juckreiz nicht unmittelbar an eine Erkrankung denken, sollte man einen anhaltenden Juckreiz beim Hund nicht verharmlosen. Einem akuten oder chronischen Juckreiz kann neben Floh- oder Milbenbefall durchaus auch eine schwerwiegendere Ursache zugrunde liegen, so etwa eine hormonelle Störung. Juckreiz kann viele Ursachen haben. Doch eines ist immer Pflicht: Das Abklären der Ursache!

Juckreiz und Probleme mit Haut und Fell bei Hunden sind häufigster Anlass von Tierarztbesuchen.

Doch welche Ursachen kann Juckreiz haben?

Grundsätzlich gibt es zahlreiche Ursachen für Juckreiz beim Hund.

Äußere Faktoren

Die Ektoparasiten, beispielsweise Milben oder Flöhe, sind häufig Ursache für den ständigen Juckreiz. Deren Hinterlassenschaften, etwa der Kot der Milbe, können beim Hund Allergien hervorrufen, die zu starkem Juckreiz führen. Auch Pilzbefall, zum Beispiel Malassezia-Infektionen mit dem Hefepilz Malassezia pachydermatis, gibt oft den Ausschlag für einen Pruritus(Juckreiz).

Bei der Ursache für den Juckreiz kann es sich aber auch um eine Allergie handeln. Wie der Mensch so ist auch der Hund leider nicht vor Allergien geschützt. Die Allergien nehmen tendenziell immer mehr zu und die Hunde zeigen auch immer mehr Probleme durch allergische Reaktionen.

Eine Allergie ist ja im Grunde nur eine Überreaktion vom Immunsystem auf relativ harmlose Substanzen, die dem Körper normalerweise gar nicht schädigen. Aber Aufgrund der Überrektion des Immunsystems vom Hund, entsteht dann der Juckreiz und Symtome.

Der Mensch hat dabei etwas andere Symptome als der Hund. Beim Menschen sind die Symptome dabei eher eine laufende Nase, tränende Augen, Schnupfen.

Beim Hund ist das Hauptsymptom dann doch eher ganz massiver Juckreiz und oft bemerkt man diesen gar nicht so richtig, weil der Juckreiz nicht immer nur durch massives kratzen des Hund gekennzeichnet ist. Auch das sich reiben an den Augen oder an der Schnauzte oder das sich mit den Hinterbeinen an den Achseln kratzen, kann auch ein Indiz für Juckreiz sein.

Oft ist es auch so, dass man bei der Haut gar keine großen Veränderungen sieht. Man muss nicht immer Krusten, Schuppen oder blutige Stellen sehen, denn oft zeigt die Haut überhaupt keine derartiger Anomalien.

Was viele Menschen auch nicht Wissen ist, dass auch die Ohren ganz sehr oft betroffen sind.

Es gibt verschieden Formen von Allergien.

Flohspeichel-Allergie

Am häufigsten ist die Floh Allergie d.h. der Hund reagiert allergisch auf den abgesonderten Speichel des Flohs. Bei einer Flohallergie kratzen sich die daran leiden Hunde eher am hinteren Teil ihres Körpers. Die Flohspeichel-Allergie beim Hund lässt sich relativ einfach feststellen, wenn der Hund befallen ist und die Flöhe selbst oder der Flohkot mit dem Flohkamm im Haarkleid nachzuweisen sind. Allerdings kann auch ein einziger Flohstich ausreichen, um beim Hund heftigen Juckreiz auszulösen.

Umweltallergie (Atopie)

Die zweithäufigste Form der Allergie sind die Umweltallergene d.h. mit allem was der Hund draußen potenziell in Kontakt kommen kann(Hausstaubmilben, Gräsern, Pollen). Kratzt sich ein Hund besonders im Frühling oder Sommer, ist dies ein erster Hinweis auf eine Allergie gegen Pollen oder Gräser, die zu dieser Zeit blühen. Es können sogar Hunde auf einen Menschen allergisch sein.

Futtermittelallergie

Die dritthäufigste Form der Allergie ist die Futtermittelallergie bei der Hunde auf Nahrungsbestandteile reagieren.

Bei einer Futtermittelallergie wird häufig dazu geraten das Futter sofort umzustellen. Bitte lassen Sie sich dabei kein „Spezialfutter“ vom Tierarzt aufquatschen. Diese Futtermittel sind oftmals minderwertig und vollgestopft mit Füllstoffen, die schnell zu neuen Allergien führen können. Das Beste was Sie tun können: Rohfleisch füttern! Infos dazu finden Sie unter der Kategorie „Ernährung“

Alle drei Allergien äußern sich immer gleich und zwar im Form von Juckreiz und von Hautproblemen. Das Problem an den Allergien ist, dass man Sie wie beim Menschen nicht heilen kann. Man kann aber versuchen den Hunde den Leidendruck zu nehmen durch wirklich geeignete Therapien zu helfen.

Innere Faktoren

Psychische Störungen können Juckreiz verursachen. Hunde, die zu lange und zu oft allein sind, Angst haben oder misshandelt werden, können mit einem psychisch bedingten Juckreiz reagieren.

Aber auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Den Hunde die zu einer empfindlichen Haut neigen, die brauchen auf jeden Fall auch eine ausreichende Menge an essentiellen Fettsäuren in ihren Futter und eine nicht optimale Versorgung kann sich dann schon tatsächlich in eine reaktiven und empfindlichen Haut, stumpfen Fell bemerkbar machen.

Folgen von Juckreiz

Das häufige Kratzen kann böse Folgen haben. So sind Haarausfall und auch blutige Stellen nicht selten. Ganz abgesehen vom Stressfaktor für den Hund. Das ständige Jucken hindert vor allem am Schlafen. Sollten bereits blutige Stellen entstanden sein, können diese sich entzünden.

Diagnose bei Juckreiz

Die Liste der Ursachen von Juckreiz beim Hund ist lang – und tatsächlich kann es für Tierhalter und Tierarzt zur Herausforderung werden, dem Auslöser für das quälende Jucken auf die Spur zu kommen. Es muss sehr genau beobachtet werden, welche zusätzlichen Symptome auftreten.

Vorgehnsweise Tierarzt

Es hat sich bewährt einfach mit der Untersuchung auf die Ursachen zu beginnen die am häufigsten vorkommen und die auch relativ leicht nachzuweisen sind. Das wäre zum Beispiel die Untersuchung auf Flohbefall.

Diese Untersuchung kann man durchaus auch selber zu Hause machen und zwar in dem man das Fell scheitelt und mit einem sehr feinen Kamm mal an verschiedenen Stellen das Fell auf ein weißes Tuch auskämmt und wenn man dann so dunkle Krümelchen findet welche sich nach der Befeuchtung und Verreibung rot färben dann hat man Floh Kot (unverdautes Blut der Flöhe) gefunden.

Nach der Untersuchung auf Flöhe wird der Tierarzt auch eine Untersuchung auf Milben vornehmen wozu er dann an verschieden Stellen Hautproben entnimmt (indem er von der betroffenen Stelle mit einer Skalpell-Klinge etwas Hautmaterial abschabt (Hautgeschabsel)) die er dann unter dem Mikroskop untersucht da man Milben mit bloßen Auge nicht sehen kann.

Es ist so, dass eine Hautveränderung, für den Fall, dass der Hund unter einer Allergie leidet, einen langwierigen Untersuchungsgang erfordert. Es ist leider nicht einfach möglich, anhand einer Blutprobe und anhand derer Untersuchung, festzustellen ob der Hund eine Allergie hat.

Eine Blutuntersuchung kann nur einen Hinweis darauf geben das es sich um eine mögliche Allergie handelt. Das auslösende Allergen lässt sich auf diese Weise jedoch nicht auffinden, dafür sind im Verdachtsfall spezielle Allergietests erforderlich.

Dieser Beitrag wurde am 17.11.2013 20:59 verfasst.

Zuletzt aktualisiert am 11.10.2017 23:27